Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1898)
- Date
- 1898-03-01
- Page
- Seite 64 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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- -~i" ..- '• >*•>*» — 04 — » u. Eo. Herr M. Lazard, 57 Jahre alt. Er war erster Vorsitzender des Vorstandes der israelitischen Gemeinde, Kreistagsmitglied und Stadtverordneter, und in den 70er und 80er Jahren Mitglied der Handelskammer. — Im Freisinnigen Verein für jüdisches Gemeindeleben in Frankfnrt a. W. hielt Herr Dr. med. W. Iaffö einen Vortrag über: „Soziale Hygiene im Altertum". — Die jüdische Gemeinde in Mühlhausen (Elsaß) geht damit um, eine Ackerbauschule zu errichten. — In Zeuthen brachte die Stadtverordneten-Versammlung die dreißigste Wiederwahl des Herrn Dr. Mannheimer zum Stadtverordneten-Vorsteher. Herr Oberbürgermeister Dr. Brunning konstatierte mit freudiger Genugthuung, daß der Fall einer 30jährigen Amtswaltung als Stadtverordneten-Vorsteher in der Geschichte der preußischen Städte noch nicht vorgekommen sei. — Der Honorarprofessor an der Universität und Rat am königlichen Landgerichte München II, Dr. Heinrich Harburger ist zum Staatsanwalt am königlichen Oberlandesgerichte in München ernannt worden, als welcher er den Rang und Gehalt eines Oberlandesgerichtsrates hat. — Frau Dr. Karl Sulchach und Herr Paul Kohn-Speyer in Frankfurt a. M. haben zum Andenken an ihren Bruder der Volksheilstätte in Ruppertsheim die Summe von 225 000 Mark geschenkt. — Von dem leider zu früh verstorbenen Alfred A. Keichenberg in Frankfurt a. M. ist als Separatabdruck aus der Deutschen Zeitschrift für Nervenheilkunde eine Arbeit erschienen: „Central entstandene Schmerzen. Ein neuer Fall mit Sektionsbefund", die in erweiterter Form der Straßburger Universität zrlr Erlangung der Doktorwürde sollte eingereicht werden. Schade um den hoffnungsvollen jungen Gelehrten! — Die Expropriation des alten Friedhofs in Karlsruhe, der schon lange geschlossen ist, hat die Genehmigung aller zuständigen Instanzen gefunden. — Man berichtet: In der Mitte des vorigen Jahrhunderts soll ein Mitglied der reichen und angesehenen Familie Kann in Frankfurt a. M., die in der Nähe von Griesheim ein Gut besaß, daselbst einen jüdischen Friedhof angelegt haben. 1867 kaufte die Chemische Fabrik Griesheim von der Ortsgemeinde auch diesen Friedhof. Die damals daselbst wohnenden Juden protestierten gegen diesen Verkauf ohne Erfolg, jedoch wurde versprochen 30 Jahre den Platz nicht zu verwenden. Die Juden erhielten einen anderen Platz als Begräbnisstätte angewiesen, auf welchem 1862, seit welcher Zeit Juden in Griesheim nicht mehr wohnen, der letzte Tote bestattet worden. 1897 wurde die Räumung des zweiten Friedhofes verlangt und gebeten, die notwendig erscheinenden Ausgrabungen vorzunehmen, da die Gemeinde Griesheim auf ihrem Friedhofe einen besonderen Platz für die Juden vorgesehen. Im März vorigen Jahres fand die Ausgrabung der Gebeine von 7 Leichen und die Überführung auf den neuen Friedhof statt. Aber auch die chemische Fabrik machte ihre Rechte geltend und so wurde denn jüngst auch die Ausgrabung auf dem sogenannten Kannschen Friedhofe vorgenommen. Es wurden 37 Schädel aufgefunden und nebst den Gebeinen in 14 Särgen auf dem neuen Friedhof begraben. Der älteste