Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1898)
- Date
- 1898-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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gleichangesehene Korporation nicht nach in der Wertschätzung bei unseren Mitbürgern. — Die Zahl unserer Schwestern beträgt am Schlüsse unseres Vereinsjahres 15. Neu ausgenommen wurden nach Ablauf ihrer Lehrzeit drei Schwestern, von denen zwei hier, eine in Köln ausgebildet worden waren. Der theoretischen und praktischen Ausbildung unserer Schülerinnen widmete sich im Verein mit den Ärzten des Israelitischen Gemeinde-Hospitals wie bisher Herr Dr. Adolf Deutsch. Es wurden im Ganzen 87 Privatpflegen geleistet, davon sechs außerhalb Frankfurts. 'Diese Pflegen geschahen unter Leitung von 36 verschiedenen Ärzten und erforderten im Ganzen 1976 Pflegetage gegen 1727 Pflegetage des Vorjahres. Sie wurden von neun verschiedenen Schwestern ausgeführt, von denen jedoch nicht alle während des ganzen Jahres in der Privatpflege thätig waren. Zu ermäßigten Preisen wurden zwei Fälle mit 147 Tagen und gänzlich unentgeltlich acht Fälle mit 88 Tagen, zusammen zehn Fälle mit 235 Tagen verpflegt. Unsere Armenfchwester hat auch in diesem Jahre ihre vielfältig anerkannte Thätigkeit in gleicher Art fortgesetzt. Unterstützung durch Lebensmittel, Wäsche und Geld wurde so weit als möglich gewährt. Zu diesem Zwecke gingen an freiwilligen Gaben ein Mk. 469.90 und wurden 452.15 verausgabt. In einzelnen besonders dringenden Fällen haben wir die Hilfe unserer Schwestern auch außerhalb Frankfurts zur Verfügung gestellt. Die Einnahmen der Hauptkasse betrugen Mk. 17 474.66, die Ausgaben Mk. 12092.96. Der Schwestern-Pensionsfond vereinnahmte Mk. 8790.72. — Aus Krim« berichtet man: Beim Landesrabbiner Herrn Dr. Placzek erschien eine Deputation, im Namen von 70 katholischen und czechischen Bauernfamilien aus Schreibendorff und Bukowitz mit dem Ansuchen, sie in den Verband des Judentums aufzunehmen. Die Mitglieder der Deputation erklärten mit allen Vorschriften des Judentums einverstanden zu sein. Inzwischen haben sie sich für konfessionslos erklärt und bilden eine spiritiische Sekte. — Die Petersburger kaiserliche Akademie der Wissenschaften hat den gefeierten Arabisten Herrn Dr. Ignaz Goldflher in Würdigung seiner Verdienste um die orientalische Wissenschaft zu ihrem auswärtigen Mitgliede gewählt. — Das Unterrichtsministerium hat beschlossen, an der Universität in Zudapest einen neuen Lehrstuhl für .die Sanscritsprache und Litteratur zu errichten und denselben durch einen Landsmann, Dr. Aurel Stein, zu besetzen. Dr. Stein entstammt einer in Ungarn ansässigen Familie, lebt aber schon seit Jahren in Indien, wo er an der Universität von Lahors Arabisch und Persisch doziert. Bekannt ist sein Büch „Das Leben Mohameds", das fast in alle europäischen Sprachen übertragen wurde. — Der deusche Kaiser hat den Badearzt Herrn Dr. Hertzka in Karlsbad zum Sanitätsrat ernannt. — Herr Professor Dr. Samuel Kraus; hielt in der Ungarischen Ethnographischen Gesellschaft einen sehr interessanten Vortrag, in welchem er auf Grund zahlreicher, aus dem Mittelalter stammender Quellen nachwies, daß „Chavilath" mit dem in den alten ungarischen Chroniken aus den Zeiten der