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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-03-01 · Heft 3 (1.3.1898) · p. Seite 63

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 3 (1.3.1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 63 (sequence 15)
Language
German
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63 Wohin die Juden im Laufe der Jahrhunderte kamen, nahmen sie ihre alten Bräuche mit. Selbst im finsteren Mittelalter vergönnten sie sich in ihren abgeschlossenen Viertel das kleine Vergnügen. Von den vielen Duellen wollen wir nur ein Gutachten von Rabbi Juda Minz mitteilen: „Was da Brauch ist, sich zu maskieren am Purim, daß Männer Franenkleider und Frauen Männerkleider anlegen, ist nicht als Verbot zu betrachten; ebenso wenn Leute einander aus Spaß etwas fortgreifen ist es kein Raub." — Die Ansichten über derartige Scherze waren doch geteilt, so heißt es im „Orach Chajim": „Wer aber gottesfürchtig ist, soll seine Kinder und Hausgenossen von allen diesen Verboten fernhalten." Im dem Werke „D'war Samuel" ist eine sehr scharfe Rüge erhalten für diejenige!«, welche Travestien über talmudische Traktate vortragen. Es gab also schon damals ernste Vorträge, in's Scherzhafte und Komische umgearbeitet, so wie die heutigen Carnevalsvorträge. Die Beweise über den Ursprung der Maskerade und Carnevals-Scherze lassen sich noch bedeutend erweitern, doch dürfte das Vorstehende genügen. Als eigentümlich mag hier noch erwähnt werden, daß der Carneval in denjenigen Städten, in welchen die ältesten jüdischen Gemeinden blühten, am bedeutendsten geworden ist, so in Rom, Venedig. Köln, Mainz, Trier u. s. w. Demnach ist es zweifellos, daß man in christlichen Kreisen an den Purimspielen so viel Gefallen fand, daß man dieselben nachahmte. Wonatsschau. Beim Delegirtentag des Verbandes der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur in Herlin wurden die Herren Dr. Gustav Karpeles-Berlin, Dr. Hirsch Hildesheimer-Berlin, Konimerzienrat Julius Jsaac-Berlin, Dr. Fink-Hamburg, Rabbiner Dr. Frank-Köln, Siegm. Freund-Dortmund, Emil L. Meyer-Hannover, Dozent Dr. Brann-Breslau und Professor Dr. Horowitz-Thorn in den Vorstand gewählt. Es ist eine Ehrenpflicht der jüdischen Gemeinden diese modernen Heimstätten der jüdischen Wissenschaft mit Geldmitteln zu unterstützen, damit sie erfolgreich wirken können. — In Krrlin ist eine Broschüre erschienen, die den Titel führt: „Die deutsche Flotte und die jüdischen Reichstagswähler" (Verlag von Albert Katz). Der anonyme Verfasser schildert das Verhältnis der Juden zu den fortschrittlichen Parteien und konunt zu der Überzeugung, daß der Jude nicht dem Liberalismus und der liberalen Partei untreu werde, „werm er bei der Beurteilung, welche Rüstung Deutschland brauche und ertragen könne, den Generalen lieber folge, als dem Führer der Volkspartei Eugen Richter." — In St. Johann a. d. Saar starb der Mitbegründer und Mitinhaber des Bankhauses Lazard, Brach

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