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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-03-01 · Heft 3 (1.3.1898) · p. Seite 57

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 3 (1.3.1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
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- -?«> -- - 57 - Sturm des Unwillens ernten. Das ist die Ordnung auch in der sittlichen Natur. Die Natur läßt. sich nirgend spotten, die Natur macht auch keine Sprünge, sie läßt sich Zeit zur Reife. Aber das Brausen des neuen Geistes, der mit Macht kommt, könnt ihr schneller kommen machen, so Ihr Glauben habet, so Ihr Liebe übet, Glauben an die Güte der Menschennatur, Liebe, die den Gottesfunken auch im Bruder ahnt und ehrt! Die Sprache gilt als das vorzüglichste nationale Erkennungsmittel, in ihr spiegelt sich der Geist eines Volkes am klarsten und lebendigsten. „Wer am besten redet deutsch, wird der beste Deutsche sein" singt Friedrich Rückert. In der Nacht des Ansturms wider uns leuchten drei Sterne am vaterländischen Himmel „so hell und so klar": Riesser, Auerbach und Lasker — Segen ausgießend über Deutschland, Trost über Deutsch-Israel. Im Segen ist auch das Andenken des weisen Mendelssohn; der das Wort des weisen Nathan im Leben erftillte. „ — So ganz Stockjude sein zu wollen, — geht schon nicht. — Und ganz und gar nicht Jude, geht noch minder." (III. Aufzug, 6. Auftritt). Durch das Mittel der hochdeutschen Sprache, die bald die Form klassischer Schönheit erreicht, bahnte er die Annäherung der verachteten Stammesgenossen an deutsches Geistesleben, deutsche Art und Sitte an. Im Anfang ihrer Erhebung war wie bei der Weltschöpfung „das Wort." Auch daß deutsche Wort wirkte Wunder: Das Wort ward Licht, und das Licht ward Recht. (Schluß folgt.) Die jüdischen Irauen und ihre Aufgabe. Von Henriette Fürth. In einer früheren Zeit — sie liegt noch nicht allzulange hinter uns und der Vertreter der damals herrschenden Anschauung, der leisen wie der lauten gibt es noch viele — galt der Satz, daß die Frau die beste sei, von der) man am wenigsten rede, die am wenigsten von sich sprechen mache. Sie mochte recht haben, die „gute alte Zeit". Bei ihren so ganz anderen Lebensgewohnheiten und Lebensbedingungen war nur in seltenen Fällen die Frau die beste, die aus dem ihr zugewiesenen Pflichtenkreis heraus auf den Markt des Lebens trat. Heute ist das anders geworden, ganz anders. Die technischen Umwälzungen unserer Tage haben die Frau in ihrem Wirken für das Haus entlastet, sie haben ihr Zeit gegeben, sich auf sich selbst zu besinnen und ideale Kräfte und Tendenzen zu entwickeln, dazu bestimmt, dem Wohl der Familie ebenso zu dienen als dem der Gesammtheit. Aber die technische Revolution hat auch die ökonomischen Gegensätze zugespitzt und hat ein großes Heer von Frauen mitten hinein gestellt tn den brutalen Kampf um's Dasein. Sie alle aber, die geistig Befreiten wie die wirt-

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