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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-03-01 · Heft 3 (1.3.1898) · p. Seite 55

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 3 (1.3.1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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55 so sind wir ihm doch geist- und Gottverwandt und werden auch einmal will'S Gott wahlverwandt sein. — Aus unserer Haut aber können wir nun einmal nicht und man kann es uns auch nicht verdenken, daß wir uns unserer Haut wehren. Unsere geistige Ursprünglichkeit, die in den Dienst der Gemeinsamkeit immer mehr sich stellt, wird durch die Unversehrtheit unserer Rasse und Religion bedingt. Ich will hier einmal auch erinnern an die etwas scherzhafte katholische Redensart im Rheinland : „Denn Rom hat seine Macht gebaut auf unserer Frauen zarte Haut." So mit Haut und Haaren können wir nie Deutsche werden — höchstens ob solch' starker Zumutung in effigie einmal aus der Haut fahren. Die äußerliche Germanisirung — nicht minder die Christianisirung — ist unmöglich und auch nicht einmal ersprießlich. Wär's möglich, wir würden nicht bloß die Tugenden, sondern wohl auch — nichts für ungut — manche Schwächen, und die vielleicht schneller, annehmen. „Machen denn nur die Tugenden den Deutschen?" fragt Mommsen, die Zierde deutscher Gelehrsamkeit. Und wir dürfen nicht nur unsere bekannten Fehler, wohl auch manche minder bekannte und anerkannte Vorzüge einbüßen. Man spricht von Rassenmischung, verspricht sich viel, nicht bloß in Sportkreisen, von der Kreuzung und Züchtung der Rassen. Und es giebt auck schon Halb- und Dreiviertel-Germanen von nur halbbez. ein viertel jüdischem Blute. Und man braucht auch durchaus nicht gegen Mischehen zu sein, mögen nun Liebe oder andere Triebe ihr Beweggrund sein. Im allgemeinen wird aber doch zwischen Christen und Israeliten die Zuchtwahl nicht den Ausschlag geben; der Christ kann nicht auf die Erlösung aus den Sünden, der Israelit darf nicht auf die Er" wählung aus den Völkern verzichten, wenn sie beide sich nicht selbst »ntreu werden und eines religiösen Kulturfaktors begeben wollen. „Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit, Leicht bei einander wohnen die Gedanken, Doch hart im Raume stoßen sich die Menschen." Portugal, das seine, Juden zur Taufe, also zu völliger Amalgamirung mit dem Stammvolk zwang, hat durch die Scheinchristen (Marannen) seitdem einen mattherzigen Volkscharakter erhalten. Aber Spanien, das seine gewerbfleißigen, kunstsinnigen schwarzlockigen Landeskinder stiefmütterlich austrieb, ist von der stolzen Höhe der Macht fast gleichzeitig herabgesunken und hat seiuenbMhenden Handel und Wohlstand für immer eingebüßt, trotz aller Schätze und Reichtümer, die aus dem damals neu entdeckten Westindien ihm zustossen. — Wie wenn heute seine Königin- Regentin- „Mütterchen" mit dem Zaren vom heiligen Rußland, „Väterchen," das über fünf Millionen hebräischer Unterthanen selbstherrlich gebietet, in Unterhandlung träte betreffs Überweisung einer Hunderttausend zur Ansiedlung! Der Trennungsschmerz eines landesväterlichen Herzens müßte durch die Freude über die Leutseligkeit einer gnädigen Landesmutter gelindert werden. Das wäre eine Staatsaktion, die

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