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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-02-01 · Heft 2 (1.2.1898) · p. Seite 46

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 2 (1.2.1898)
Date
1898-02-01
Page
Seite 46 (sequence 22)
Language
German
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46 Für die Kühnheit seines Unternehmens wie nicht minder für dessen Berechtigung ist der Brief, den er seinem hier abgedruckten Vortrage als Vorwort voranschickt, so bezeichnend, daß wir uns eine Uebersetzung derselben zur Beleuchtung des französischen — und zugleich des internationalen — Antisemitismus an dieser Stelle nicht versagen können. Das Schreiben ist nach dem Vortrage im Institut catholique an den General-Vertreter der französischen Antisemitenliga gerichtet, als Antwort auf dessen Aufforderrng an den Verfasser zu einer Besprechung des Vortrages im Hauptquartier der Antisemiten. Es lautet in wörtlicher Uebertragung: „Herrn Jules Guerie, General-Vertreter der Antisemitenliga. — Geehrter Herr! Sie haben mich in einem offenen Briefe zu einer contradiktarischen Verhandlung unter den Auspicien der französischen Antisemitenliga eingeladen. Sie haben auch die Güte, mich im Voraus der Ritterlichkeit ihrer Freunde zu versichern. Von dieser Ritterlichkeit habe ich aber leider eben erst, bei meinem Vortrage über den Antisemitismus im „katholischem Institut" eine Probe empfangen. Wenn Ihre Freunde, die sich Christen nennen und sich gerne als die Vorkämpfer der Kirche geberden, irgendwo ihre gute Erziehung und ihre Achtung vor der Freiheit des Wortes hätten bekunden müssen, so war dies sicherlich in den Räumen des katholischen Instituts notwendig. Dies haben sie leider nicht begriffen. Unter höchster Mißbilligung der großen Mehrheit der Zuhörer haben sie mich unaufhörlich durch alberne Zwischenrufe und flegelhafte Bemerkungen unterbrochen. Demnach ist die Probe bereits gemacht und es wäre allzu naiv, auf die Aufrichtigkeit und Wohlerzogenheit Ihrer Freunde zu rechnen. — Mein Vortrag im katholischen Institut ist stenographiert worden und wird veröffentlicht werden. Nachdem ihn Ihre Zeitungen mit ihrer gewohnten Loyalität bereits entstellt wiedergegeben haben, können Sie ihn jetzt vornehmen, widerlegen, zerstückeln, ganz wie es Ihnen beliebt. Das wird dann die wahre contradiktorische Verhandlung sein, aber auch die einzig ernste und nützliche. Das Publikum mag dann entscheiden, auf wessen Seite Wahrhaftigkeit und Wohlerzogenheit, Nächstenliebe und Gerechtigkeit, Patriotismus und wahrer Mut zu finden sind. Wie man sieht, haben die französischen Antisemiten ihren deutschen Kollegen in Beziehung auf Anstand und Sitte nicht viel vorzuwerfen." Wie berechtigt aber die so kräftig applizierte Ohrfeige dem Antisenlitenhäuptling zukam. ersieht der Leser des am 27 Febr. 1897 gehaltenen, auf 75 angenehm zu lesenden Seiten vorliegenden Vortrags aus den neben den „Applaudissemeuts“ häufig angemerkten: „Prctestations, Murmures, Bruyantes reclamations, Rumeurs, Bruit u. s. tu." Auch Liebenswürdigkeiten wie „A bas les Juifs'4 die allerdings den Vortragenden nicht persönlich treffen konnten, fehlen nicht. (Bergt. S. 40 des Buches. — Der Vortrag, klar und übersichtlich gegliedert, gibt in 5 größeren Abschnitten — Allgemeine Charakteristik des Antisemitismus, der Antisemitismus vom religiösen nationalen, sozialpolitischen Gesichtspunkt; nebst einer längeren Schlußbetrachtung —

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