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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-02-01 · Heft 2 (1.2.1898) · p. Seite 44

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 2 (1.2.1898)
Date
1898-02-01
Page
Seite 44 (sequence 20)
Language
German
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?-- ~..JFn,r~r E ' =-3=« tjku' - —. -.<*,■ — 44 — Chefredakteur der „Ungarischen Montan-Jndustrie- und Handelszeitung", Bergrath Silberstein in Dudapest, wird im Aufträge der ungarischen Regierung, der königlich ungarischen Geologen-Gesellschaft und der ungarischen Akademie der Wissenschaften eine Studienreise nach dem neuen Goldlande Alaska und noch anderen Montan- Jndustrie-Centren Nordamerikas, wie Kolorado, Kalifornien, machen. — Vor einigen Monaten beschäftigte sich die Oeffentlichkeit mit dem großartigen Wohlthätigkeitsakte eines Menschenfreundes: Herr S. Haub, ein in stiller Zurückgezogenheit lebender Kaufmann in Dudapest, widmete nämlich mehr als die Hälfte seines Vermögens mildthätigen Einrichtungen. Wie jüngst in der Verlassenschafts- Verhandlung festgestellt wurde, beträgt das Vermögen 2,020,000 Kronen. Davon entfallen 1,130,000 Kronen für Wohlfahrtseinrichtungen. — Herr Dr. S. Fuchs, Privatdozent der Physiologie an der Universität in Wien ist zum Professor ernannt worden. — In Drag starb der Verlagsbuchhändler Herr Jakob W. Dascheles. Der Verblichene, ein Mann von allgemeiner Bildung und bedeutendem talmudischen Wissen, war auch selbst auf jüdisch-litterarischem Gebiete thätig. Er verfolgte bei seinem buchhändlerischen Berufe, dem er mit rastlosem Eifer oblag, auch stets das Interesse der jüdischen Litteratur und seiner Initiative ist eS zu danken, daß der Sinn für unser Schristthum in weiteren Kreisen Kräftigung fand. — In Marseille existiert ein Verein: die „Gesellschaft zum Schutze der israelitischen Jugend und zu ihrer Ermuthigung bei der Erlernung von Handwerken." Die Gesellschaft nimmt sich der Kinder armer jüdischer Eltern an, wenn sie erst 7 Jahre alt sind, versammelt sie zweimal wöchentlich in einem geeigneten Lokal, wo sie Erfrischungen und Unterricht erhalten, versieht sie zweimal im Jahre mit Kleidung und Schuhwerk und bringt sie im Alter von dreizehn Jahren zu geeigneten Lehrmeistern. In solcher Weise sind schon mehr als 300 Kinder erzogen worden. — Im französischen Parlament hat Abgeordneter Hraurrgard einen Gesetzentwurf eingebracht, dessen Bestimmungen lauten: Jedem Individuum von jüdischer Abstammung ist es verboten, irgend einer öffentlichen Verwaltung anzugehören; jeder von ausländischen Eltern stammende Franzose kann erst im zweiten Geschlechte zu einem Staatsamte zugelassen werden. Was also die deutschen Antisemiten gegen die Juden beabsichtigen, das wollen die französischen Antisemiten gegen die Deutschen gleichfalls durchführen. — Herr Dr. Hartwig Hirschfeld ist zum Docenten für semitische Sprachen und zum Bibliothekar am Jewish College in London ernannt worden. — In Hukarest wurde Herr Rabbiner Dr. Diick und der Präsident der Cultusgemeinde vom Könige empfangen, welcher denselben seinen Abscheu über die Ausschreitungen gegen die Juden aussprach und sie aufforderte, ihre Glaubensgenossen zu versichern, daß sich ähnliche Vorkommnisse nicht wiederholen würden, sowie daß den Opfern der Exzesse vollständiger Schadenersatz geleistet werden würde. — Miß Helen f. Graham, welche eines der fashionabelsten Mädchenpensionate in Kew-Hork besitzt, versendet ein Cirkular, in welchem sie mitteilt, daß sie „aus rein

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