Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1898)
- Date
- 1898-02-01
- Page
- Seite 36 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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■«w — 36 — Bevölkerung zu Mittelpunkten des Welthandels entwickelt haben, so werden sich, wenn auch nicht in demselben Maße, auch andere heute noch bescheidene Handelsplätze weiter fortbilden. Und wie mit Petroleum und Regenschirmen seinerzeit Vermögen gewonnen worden ist, so bietet sich auch in Zukunft dieselbe Möglichkeit mit vielerlei Erfindungen der Neuzeit. Aus -er Trauerredegehalten von Prediger vr. Leimdörfer in Hamburg au der Bahre des Hofrates Bernhard Pollini. Eine größere Trauergemeinde, als sie diese trauten Familienräume aufzunehmen und zu fassen vermöchten, ninnnt ergriffenen Herzens Antheil an diesem Todtenamte. Ein um unsere Vaterstadt hochverdienter Bürger, der in den weitesten Kreisen unserer Vaterstadt, ja in ganz Deutschland und über dessen Gemarkungen hinaus sich eines bedeutenden Rufes erfreute, ist plötzlich und unerwartet hinübergeschlummert in die Ewigkeit. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel wirkte die Trauerkunde: Hofrath Pollini ist nicht mehr. Die Hiobspost traf uns an heiliger Stätte, wo vor uns aufgeschlagen lag der 29. Vers des 26 Cap. in der Genesis, das Abschiedswort, welches ein König unserem Patriarchen zugerufen: „Wir entsenden dich in Frieden du Gesegneter des Herrn." Wo gäbe es ein geeigneteres Bibelwort, um den Namen und das Wirken dieses bedeutenden Menschen zu beleuchten, ehe wir ihm den Scheidegruß zollen und seine Reste betten in die winterliche Muttererde. Jeder Mensch hat zwei Namen. Einen, den Vater und Mutter ihm gegeben, einen, den er sich selber hat erworben. Hier trifft die Bedeutung Beider zusammen. Als er vor 61 Jahren zu Cöln das Licht der Welt erblickt hatte, nannten ihn Vater und Mutter Baruch, Benedictus, der Gesegnete. Als er vor zwei Tagen die Augen geschlossen, nannten ihn die Tagesblätter einen Gesegneten. Worin bestand nun der Segen der sich an seinen Namen knüpft? Irdische Erfolge, weltliche Anerkennung, auch fürstliche Ehren sind Segnungen, die nicht von ewiger Dauer sind. Sein Segen liegt auf einem' Gebiete geistigen Lebens, auf dem der deutschen Kunst, in seinen Schöpfungen und Leistungen im Dienste unserer Vaterstadt, ja im Dienste des gesammten deutschen Vaterlandes. Bon den Giebeln unserer Hauptinstitute wehen Trauerflaggen durch kühle, feuchte Lüfte und künden den geschäftig Dahineilenden: die Musen weinen und verhüllen ihr thränend Angesicht, angesichts dieses herben Verlustes eines Menschen, der treu an ihres Reiches Pforte Wache hielt, ihren Tempel verwaltete, ihre Altarflammen anfachte und erhellte und ihre Priester und Priesterinnen leitete mit