Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1898)
- Date
- 1898-02-01
- Page
- Seite 35 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2969669-2969851-2969854--5307-2974603- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
35 - -TV- - ' * ' ' rr ' cTs w und Neuguinea wohlbekannt. Die Regierungen der verschiedenen europäischen Colonien in Ostasien, die deutsche Märineverwaltung, die holländische Armee, Siam, die Malaienstaaten, Johur sind mit ihrem Bedarf großenteils auf dieses Geschäftshaus angewiesen, und eine Reihe von Jahren unterhielten Katz Brothers ihre eigenen Dampfer, die deutsche Maaren nach den verschiedenen Ländern dieser fernen Welt brachten. Heute sind dank der regelmäßigen Dampferlinien des Norddeutschen Lloyd und anderer Gesellschaften nach Ceylon, Sumatra, Java, China, Japan, Australien und den Südsee-Jnseln diese Dampfer überflüssig geworden, aber die geschäftlichen Beziehungen haben sich doch von Jahr zu Jahr immer vergrößert. Die Gründer des Hauses H. Katz, aus der Nähe von Gießen gebürtig, kam als junger Mensch mit kaum hundert Mark in der Tasche im Jahre 1864 nach den: damals noch kleinen und nnbedeutenden Singapur. Eine dort etablirte deutsche Firma nahm den jungen Mann sofort in ihre Dienste und sandte ihn mit Maaren nach Borneo, wo eben die Holländer den blutigen Krieg mit den Dayaks führten. Schon 1865 konnte Katz ein selbständiges Geschäft eröffnen und seit jener Zeit ist es auf derselben Ecke am Raffl Square geblieben, immer größer werdend, bis es heute das größte Gebäude der Stadt einnimmt. Katz war im wahren Sinne des Wortes ein Pionnier des deutschen Handels in Ostasien. Er war es, der in den sechziger Jahren das bis dahin noch unbekannte Petroleum und damit auch die erste Petroleumlampe eingeführt hat und seither wurden von seinem Hause allein davon Millionen abgesetzt. Ebenso kaufte er zu derselben Zeit von einein Deutschen, auf eigene Rechnung fahrenden Schiffskapitän, das erste Dutzend Filzhüte, das je nach Ostasien gebracht worden war. Seither find zehntausende Dutzend aus deutschen Märkten durch ihn nach Singapur und von dort weiter verschifft worden. Aehnlich ging es auch mit Regenschirmen deutschen Fabrikates und ähnlichen Artikeln. Von Jahr zu Jahr steigerte sich der Bedarf der verschiedenartigsten Maaren und heute liefert das Geschäftshaus Katz Brothers alle erdenklichen Sachen von Nähnadeln bis zu Palasteinrichtungen. Anderseits hat sich auch der Ausfuhrhandel nach Deutschland und Europa überhaupt von Jahr zu Jahr vergrößert. Kaffee, Pfeffer, australische Wolle vom Baumwollbaum (Kapok) und andere Tropenproducte werden massenhaft ausgeführt und vier Jahre lang lag der gesammte Pfefferhandel der Welt in Händen dieses Hauses, das heute verschiedene Zweigniederlassungen, vor allem in Penang, London it .o Frankfurt a. M. besitzt. Wenn dieses Hauses ausführlicher gedacht worden ist, so geschah es, uni unserer jungen Generatton heute, wo Ostasien immer größere Beachtung findet, zu zeigen, daß Fleiß, Ausdauer und Ehrlichkeit mH dort auf sichern Erfolg rechnen kann. Die Zeiten sind keineswegs vorüber, wo junge Deutsche im fernen Osten sich eine gesicherte Existenz gründen könne«. Wie sich Singapur, Hongkong, Schanghai aus elenden Dörfern mit eingeborener