Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Bf*,v7 i" » ' — 18 — Weber, der berühmte Sanskritforscher, voll Herzlichkeit das Wort. Im Namen der Humboldt-Akademie, zu welcher Professor Steinthal mit den Grundstein gelegt hat, sprach Dr. Max Hirsch. Der Jubilar erhielt auch den Kronenorden 3. Klasse mit der Zahl 50. — Auf dem israelitischen Verbandsfriedhof Knppenheim bei Kaslatt wurden mehrere Grabsteine umgestürzt und theilweise beschädigt. — Das israel. Central-Waisen- und Mädchenheim in Kad Ems, in welchem arme Waisenmädchen und Mädchen armer Eltern Pflege und Erziehung erhalten, wurde am 1. November seiner Bestimmung übergeben. — Die jüngst verstorbene Herzogin Agnes von Sachsen-Alienburg interessierte sich sehr für die Judenmission und hat „Ein Wort an Israel" geschrieben, ein Schriftchen, das 1893 in fünfter Auflage erschien und Christen und Juden in die Hand gegeben wurde. Aus den Weissagungen des alten Testaments suchte die fürstliche Dame die Erfüllung im neuen Testament nachzuweisrn. Früchte hat es nicht getragen. Von diesem Buche giebt es auch eine hebräische und eine jüdisch-deutsche Uebersetzung; ebenso ist es ins Dänische, Schwedische, Englische, Französische, Holländische, Italienische und Russische übertragen worden. — In Essen starb Herr Sanitätsrath Dr. med. Levy Hirschland. Neben seiner ärztlichen Thätigkeit entfaltete Herr Sanitätsrath Dr. Hirschland eine reiche gemeinnützige Thätigkeit. — In Kad Kauheim wird ein neues Gebäude für das jüdische Kinderspital mit einem Kostenaufwand von 200 000 Mark errichtet werden. — Aus Karlsbad liegen uns Berichte vor, aus denen hervorgeht, daß der Antisemitismus dort sehr um sich gegriffen. Am 8. Oktober hat der Karlsbader Turnverein, gegründet 1860, beschlossen, nur Deutsche arischer Abstammung als Mitglieder aufzunehmen. Die Stadtvertretung hat am 6. November kein Wort der Verurteilung dafür gefunden und so die Demission des Stadtrathes Dr. Fleischner veranlaßt. Zu bedauern ist, daß in jener Sitzung die jüdischen Stadtverordneten sich in Schweigen hüllten und kein Wort der Mißbilligung aussprachen. Es ist in Folge dessen ein „Verein zur Bekämpfung des Antisemitismus in Karlsbad" daselbst im Entstehen begriffen. Derselbe wird in einer internationalen Stadt gewiß sich der Sympathieen der weitesten Kreise erfreuen und wünschen wir demselben Muth, Ansdauer und Gedeihen. — Der in Krakau jüngst verstorbene Kaufmann Salomon Liebling testirte zwei Häuser im Werthe von ca. 70000 fl. zur Erziehung vorwiegend jüdischer Knaben und Mädchen und bedachte nebst dem noch andere Wohlthätigkeits'Anstalten mit reichen Spenden. — Am 26. Oktober hat in Prag eine österreichische Rabbinerconferenz stattgefunden, welche die Gründung eines östereichischen Rabbiner-Verbandes beschlossen hat. — Der bekannte hervorragende Schachspieler Herr Kerthold Englisch ist nach mehrwöchentlicher Krankheit in Wien gestorben. Herr Englisch war einer der eminentesten Vertreter der Wiener Schule- und hat erste Preise in London, Hamburg und Wiesbaden gewonnen. — Am 31. Oktober beging in Hudapest die Israelitische Landes-Lehrerbildungsanstalt die Jubelfeier ihres vierzigjährigen Bestehens. Aus diesem Anlasse hat Direktor Joseph Kanocsi eine