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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-01-01 · Heft 1 (1.1.1898) · p. Seite 19

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 1 (1.1.1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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19 Geschichte der Anstalt geschrieben. — Dem Dr. Kattai, dem Salon-Antisemiten, ist es Vorbehalten geblieben, etwas Neues mit „echt jüdisch" zu bezeichnen, ein Ding, von dem bisher noch kein Antisemit behauptete, daß es jüdisch sei. Humanität, sagt Dr. Pattai, Humanität das klingt jüdisch. — Am 6. November beging die israelitische Kultusgemeinde in Smichow bei Prag den 2b. Jahrestag der amtlichen Wirksamkeit ihres Rabbiners, Herrn Dr. Samuel Kack, der auch durch seine wissenschaftlichen Arbeiten weiteren Kreisen bekannt geworden. — In Szent-Gül fand am 28. Oktober die Einweihung des neuerbauten Tempels statt. Die Katholiken und Protestanten erschienen unter Führung ihrer Seelsorger. Die Einweihung wurde vom Veßprimer Oberrabbiner Dr. Arnold Klein vollzogen. — In Glmüh brachten am 30. Oktober unbekannte Thäter vor dem Eingang zur Synagoge Explosionskörper zur Entzündung. Die Thüre sowie einige Fenster des Gotteshauses wurden zertrümmert, sonst aber kein Schaden verursacht. — Der außerordentliche Professor an der Universität in Kralrau Herr Dr. Leo Sternbach ist zum ordentlichen Professor der klassischen Philologie ernannt worden. — Ueber die Buchhändlerfirma W. K. Köwy in Kudapest, die über 130 Jahre bestand und sich eines Weltrufes erfreute, ist der Konkurs eröffnet worden. — In Zresnih bei Uapagedl starb jüngst Frau Veronika Kohn, die Mutter des Erzbischofs Dr. Theodor Kohn in Olmütz. Sie war bereits Christin. — Bei der Ausstellung in Krüssel hat die „Gesellschaft israelitischer Mütter" daselbst, die unter dem Borsitz der Baronin. Lambert-Kothschild steht, die goldene Medaille erhalten. — Fräulein Karges in Paris,, welche nächstens Prinzessin Borghese heißen wird, ist nach Rom abgereist, um Leo XIII.. zu bitten, sie von den langen Formalitäten des Uebertritts zu dispensiren. „Hoffentlich ist dieser Glaubens-Wechsel der einzige, mit dem die Familie der jungen Braut sich in diesen Tagen zu befassen haben wird," bemerkt dazu ein geistreicher Feuilletonist. — Die spanische portugiesische Gemeinde in London hat dem Jews College aus dem Fonds des Judith Montefiore College in Ramsgate die Summe von tausend Pfund bewilligt und sich dadurch das Recht erworben, in den Vorstand des Jews College zehn Mitglieder zu entsenden. — Herr Glaube Wontisiore in London hat sich mit einem Brief an die Zeitung „Daily Chronicle“ gewendet, in dem er den Assimilationsstandpunkt vertritt. Er behauptet, daß alle leitenden jüdischen Ideen von der arischen Civilisation absorbirt worden sind. Es ist ein Zeichen der Zeit, daß in England eine solche Diskussion über das Bürgerrecht der Juden überhaupt möglich ist, und die große Aufregung der englischen Juden über dieses erste Äuftauchen einer judenfeindlichen Bewegung ist wohlbegreiflich. Seltsam muß die Handlung des Gladstoneschen Organs berühren, welches offen sagt: wenn die Juden nicht die liberale Partei, Fraktion Gladstone, unterstützen, sondern die Konservativen und die liberalen Unionisten, so verdienen sie die Emanzipation nicht, sondern sollten wieder in das Ghetto gesperrt werden. — Der englische Verein für jüdische Geschichte in London hat ein sehr nützliches Werk begonnen, als eres

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