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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-01-01 · Heft 1 (1.1.1898) · p. Seite 15

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 1 (1.1.1898)
Date
1898-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 t Spitze die angesehendsten Männer stehen. Diese Erkenntniß macht eS auch uns 'zur gebieterischen Pflicht, auszuharren Und thatkräftig und entschiedendem weitern Vordringen der Reaction entgegenzutreten. — Von dem Verbände der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur in Deutschland ist das vierte Heft der Mittheilungen erschienen. Die Zahl der Vereine, die fast alle auf Anregung des Verbandes in's Leben traten, ist auf 74 gestiegen. Es wäre zu wünschen, da die Gemeinden durch Beiträge den Verband mit größeren Mitteln ausrüstet um das Institut der Wanderredner schaffen zu können. Zum Schluß wird noch erwähnt, daß es dem Verbände endlich gelungen ist, ein Jahrbuch für jüdische Geschichte und Litteratur zu schaffen, das mannigfache Beiträge hervorragender Schriftsteller enthaltend, bereits im Druck sich befindet und Ende des Jahres zur Versendung gelangen wird. — Am 5. November starb in Kerlin im Alter von 63 Jahren Herr Stadtrath Gustav Korchardt, Vorsitzender der jüdischen Reformgemeinde daselbst, die in ihm einen ihrer eifrigsten und wärmsten Anhänger verloren. Herr Prediger Dr. Lewin widmete dem Hingegangenen anknüpfend an das Wort der heiligen Schrift „Du sollst ein Segen sein" ergreifende Wort des Nachrufes. Auch hat die Gemeinde durch eine Trauerfeier das Andenken des Unvergeßlichen geehrt, bei der Herr Prediger Dr. Klemperer eine tiefempfundene Rede hielt. — In Kreslau ist die , Constituirung des Vereins „Graeh" erfolgt, in welchem zumeist DiscussionSabende gehalten werden sollen. — In Lissa wurde vom Kuratonium der Abraham Joel und Bertha Sachs'schen Stiftung Herr Rabbiner Dr. Deutsch aus Sohrau in Oberschlesien zum Stiftsgelehrten der genannten Stiftung gewählt. Derselbe wird zugleich damit das Amt eines Rabbinatsassessors in der dortigen Gemeinde bekleiden. — Der Verband der Synagogen-Gemeinden Westfalens hielt seine 7. Hauptversammlung in Münster ab. Bon den 39 Gemeinden des Verbandes waren 19. vertreten. Wie aus dem Berichte über die Thätigkeit des Verbandes hervorgeht, haben die Bemühungen um die Gründung einer Beamten-Pensionskasse von den Behörden wohlwollende Förderung erfahren; ferner soll für die jüdischen Volksschulen Westfalens demnächst ein Lesebuch herausgegeben werden und durch fast allgemeine Einführung des Vogelsteinschen Gebetbuches der Gottesdienst in den Synagogen-Gemeinde sich immer einheitlicher gestalten. Es wurde beschlossen, die Gemeinden zu veranlassen, bei Beratungen über Kultus-Angelegenheiten die Kultusbeamten zuzuziehen, und durch die Erörterung der einleitenden Schritte zur Gründung eines Asyls für jüdische Sieche und Greise in Westfalen beizutragen. In einem sehr eingehenden Vortrage trat Lehrer Ostwald aus Witten, bei aller Anerkennung der von christlichen Anstalten israelitischen Notleidenden gegenüber bewiesenen menschenfreundlichen Gesinnung, >varm 'für die Errichtung jüdischer Anstalten ein. Der Vorschlag fand allgemeine Zustimmung und das Zustandekommen des Asyls scheint um so mehr gesichert, als zwei Wohlthäter schon ein gröberes Kapital zn diesem Zwecke gespendet haben. — Herr Rabbiner Dr. Külf

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