Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12 Gedicht zu Jes. 4l, 10. Ich bin mit dir, wie darfst du zagen? Ich bin mit dir zn aller Zeit Und will auf meinen Arm dich tragen In Gnade und Barmherzigkeit. Ich bin dein Gott, laß dir genügen An mir, ich bin dir Burg und Hort Und alles, alles muß sich fügen Nach meinem Willen, meinem Wort. Ich stärke dich, nie unterliegen Kannst du, erfüllt von meiner Kraft, Wie heiß der Kampf auch, du wirst siegen Wenn dein Vertrauen nicht erschlafft. Ich helfe dir, will dich erhalten Ging auch dein Weg durch dunkle Nacht, Die Nacht will ich zum Tag gestalten Denn mein sind Herrlichkeit und Macht. Julius Sturm. Ein jüdisches Dorf in Asten. Von W. Faber. Auf der Reife zwischen Tiflis und Eriwan kam ich nach zwanzigstiindiger Fahrt auf einem kleinen russischen Postwagen an den Goktschasee. Der Weg führte aus der heißen Ebene immer höher hinauf in schneebedecktes Gebirgsland. Der wundervolle See liegt höher als irgend ein anderer Gebirgssee der Welt und ist größer als der Bodensee. Unmittelbar an diesem See. gegenüber einer kleinen Insel, auf welcher in einem armenischen Kloster 25 Mönche, von der Welt ganz abgeschnitten, ein faules und einsames Leben führten, liegt Helenowka, das merkwürdigste Judendorf der Welt. Alle Inden, welche hier wohnen, etwa 200 Familien, waren früher Christen. Sie haben ganz das Aussehen von russischen Bauern. Ihre Vorfahren gehörten zu der russischen Secte der sogenannten Subotniki, d. h.