Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 9 — meine Tochter! rief er das draußen wartende Mädchen. „Sage Deinen Eltern, der Rabbi hätte heute in der Ressource Karten gespielt und gewonnen, er schickt Euch seinen Gewinn." Dabei wollte er dem Mädchen den Inhalt der Tasse überreichen. „Bitte, ein Wort!" sagte ein Mitspieler, welcher den Brief gelesen Hatte „Ich hätte wahrscheinlich nur um einen Dukaten gespielt, wenn ich von der Parthiö gewesen wäre, aber ich hätte bei einem solchen Trumpf ganz sicher das Spiel verloren!" Mit diesen Worten legte er einen Dukaten in die Tasse. „Uns Allen wäre dasselbe Malheur passiert!" rief ein Zweiter aus der Gesellschaft, deren Mitglieder inzwischen sämmtlich Kenntniß von dem Briefe genommen hatten, und bald war die Tasse bis zum Rande mit Gold gefüllt. Weinend barg das Mädchen die ziemlich bedeutende Summe in ihrer Schürzentasche. Sie fand zu Hause ihre Eltern in Thränen. Die Erzählung von dem Spiel des Rabbi in der Ressource machte die Thränen nur noch reichlicher fließen, aber es war eine andere Sorte. Lea. Von Marianne Brandt, königl. preußische Kammersängerin. Es war im Jahre 1873. Ich lebte damals in Berlin, wo ich am Hoftheater als Sängerin thätig war. Rubinsteiu. hatte in diesem Jahre der Intendanz seine neue Oper „Die Maccabäer" überreicht, in welcher die weibliche Hauptrolle — Lea, die Mutter der Maccabäer — für mich bestimmt war- Die Oper wurde nicht angenommen. Das mit der Prüfung der Musikwerke betraute Comite fand keinen Gefallen an dem Mnsikdrama und erst zwei Jahre später öffneten sich dem Componisten über Fürsprache Eckert's die Thore der Hofoper. Die Rollen wurden ausgetheilt und ich mit der Lea betraut. Beim Studium der Partitur fand ich, daß die Rolle für meine Stimmlage nicht passe. Ich machte Rubinstein darauf aufmerksam . . . kam aber bei dem nervösen Meister ziemlich schlecht weg. „Wissen Sie, daß die Lea eine bejahrte Person war? Soll ich die Mutter der Maccabäer vielleicht von einer Sopranistin singen lassen? Sie scheinen mir die geeignete Vertreterin für diese Partie, Basta." Wenn der nordische Tastenstürmer „Pasta" sagte — war es auch Basta und ich acceptirte die Rolle.