Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-12-01 · Heft 12 (1.12.1897) · p. Seite 278

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 12 (1.12.1897)
Date
1897-12-01
Page
Seite 278 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969837-2969850--5253-2974547
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

if ■ :■' — 278 —?’ Gemeindewesens und seiner Beamten bieten wird, das auch praktisch von großem Nutzen sein wird. Es ist darum lebhaft zu wünschen, daß die geschätzten Vorstände beziehungsweise die Gemeindebureaus im eigenen Interesse die Anstrengungen des D. I. G. B. durch sorgfältige und baldige Beantwortung der Frageblätter belohnen mögen. — Am 27. September fand seit mindestens 450 Jahren, vielleicht auch seit der Gründung Wittenbergs, daselbst der erste jüdische Gottesdienst statt. Seit 1440 hat kein Israelit in Wittenberg gewohnt- Am Anfang des 14. Jahrhunderts waren die Juden in Wittenberg und Umgegend sehr zahlreich; im Jahre 1304 wurden sie durch Herzog Rudolf I. ausgewiesen; sie kehrten aber bald wieder zu-" rück, und als sie im Jahre 1440 auf Veranlassung der Kurfürstin Margaretha von deren Gemahl, Friedrich dem Sanftmütigen, zum zweiten Male vertrieben wurden, da geschah dies mit dem Zusatz „auf ewige Zeiten". Diese ewige Zeiten haben vorgehalten, bis sie von dem Freizügigkeitsgesetz durchbrochen wurden. Nun siedelte sich ein Israelit nach dem andern daselbst an, bis ihre Zahl jetzt auf etwa 40 Seelen, darunten 12 Haushaltungsvorstände, gestiegen ist. Die ansässigen Juden wurden der Synagogen-Gemeiude in Halle zugeteilt, die Hauptfeste feierten sie aber in Koswig, Dessau oder Berlin. Seit einiger Zeit erteilt ein jüdischer Lehrer ans Halle den dortigen jüdischen Kindern wöchentlich in zwei Stunden Unterricht in der hebräischen Sprache und Religion, an dem zur Zeit drei Kinder teilnehmen. Da die Zahl der erwachsenen Juden für die Bildung einer Religionsgemeinde noch zu klein, aber stark genug zu gemeinschaftlichen Religionsübungen ist, so haben sie sich nunmehr zu solchen Andachten vereinigt, und damit an den hohen Festen den Anfang gemacht. — Herr Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. M. Lazarus ist nach Meran übergesiedelt. Dem Erscheinen seiner „Ethik des Judentums" dürfen wir mit Spannung entgegensehen. Sie ist die Frucht langjähriger Studien und wird gleichzeitig in deutscher und französischer Sprache ausgegeben werden. — Die Kgl. Bayr. Akademie der Wissenschaften hat den ordentlichen Professor der Mathemathik an der Großh. Technischen Hochschule in Darmstadt, Herrn Dr. Gundelfinger. für die sehr verdienstliche Mithilfe bei der Herausgabe von Ludwig Otto Hesse's „gesammelten Werken" die goldene akademische Denkmünze „B^ne merenti“ verlieben. — In Dochum feierte der verdiente Hauptlehrer und Prediger Herr H. Laubheim das 25 jährige Jubiläum seiner Amtswirksamkeit. Die Festrede hielt Herr Dr. F. Cobleuz. — Aus | Glogau berichtet man von dem am 30. Oktober stattgehabten Jubiläum des Herrn j Rabbiners Dr. S. Kippuer, der durch seine litterarische und geistliche Wirksamkeit in den weitesten Kreisen bekannt geworden. Er gehörte zu den geistvollsten, originellsten Hörern des jüdischen theologischen Seminars in Breslau und hat die Hoffnungen ' erfüllt, die Lehrer und College» in ihn gesetzt. Möge ihm noch eine recht lange segensreiche Wirksanikeit, zum Heile seiner Gemeinde und zum Segen des Juden-! tums beschieden sein. — In Luckenwalde wurde die neuerbaute Synagoge in feierj icher Weise eingeweiht, die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Meiste aus Berlin.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.