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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-12-01 · Heft 12 (1.12.1897) · p. Seite 279

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 12 (1.12.1897)
Date
1897-12-01
Page
Seite 279 (sequence 15)
Language
German
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■ — 279 — — Di« Synagoge in Wandsbeck wurde am 23. September, nachdem sie auf das prächtigste neu dekorirt wurde, durch einen öffentlichen Festgottesdienst von dem Rabbiner Herrn Dr. Hannover wieder eröffnet. — Am Neujahrsfeste wurde' in Magdeburg eine Synagoge mit Orgel und neuem Gebetbuch feierlich eingeweiht. Der Rabbiner sagte in seiner Weihepredigt: „Wir gedenken nicht mehr in unfern Synagogen des alten Jerusalems und Zions, wir haben keine Hoffnungen mehr auf eine Zukunft, die mit jenem Zion verknüpft ist." — Der Betsaal des Religionsvereins jüdischer Glaubensgenossen in Steglitz wurde feiner Bestimmung jübergeben. --- Das Großh. Regierungsblatt für Kessen veröffentlicht die Schenkungen und Stiftungen im abgelanfenen Quartal, wovon Mk. 20,000 auf die isr. Religionsgemeinden sich verteilen. — In Kreslan ist ein Kursus für jüdische Geschichte und Litteratur seitens der Gemeinde eingerichtet worden, an dem Knaben und Mädchen über 13 Jahre gegen ein mäßiges Entgelt teilnehmen können. Die Einrichtung verdient Beachtung und Nachahmung. — Im Freisinnigen Verein für jüdisches Gemeindelebeu in Frankfurt a. W. hielt am 13. October Herr Ign. EreiMach einen Vortrag über die zionistische Bewegung. — Herr Hermann Munk, der außerordentliche Professor der Physiologie an der Herliner Universität, zugleich etatsmäßiger Professor an der Thierärztlichen Hochschule, ist zum ordentlichen Honorarprofessor in der Berliner medizinischen Fukaltät ernannt worden Bekanntlich war Munk von der medizinischen Fakultät zweimal als Nachfolger du Bois-Reymonds mit vorgeschlagen worden. — Der Vorstand der israelitischen Erziehungs-Anstalt in Ah m versendet demnächst einen zweiten Jahresbericht, aus dem die zahlreichen Freunde 7 der Anstalt ersehen werden, daß inzwischen der innere Ausbau derselben in erfreulicher Weise weit fortgeschritten ist. Es wird darin aber gerechtfertigte Klage über die geringe Unterstützung und Förderung erhoben, die dieses zeitgemäße, hilfsbedürftige Institut findet, selbst in den Kreisen, in denen Verständnis für die Nothwendigkeit der Erziehung der Jugend zum Handwerk und zu positiver Arbeit erwartet werden darf. — Aus Herlin berichtet man: Das Ministerium des Inneren hat einer Petition des „Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" Folge gegeben und die Ausweisung russischer Juden aus Preußen eingestellt. — In Hreslau starb Herr Dr. Leapold Auerbach, Professor an der dortigen Universität. Man verdankt ihm anatomische, physiologische, entwickelungsgeschichtliche und allgemein biologische Untersuchungen. Mehrfach hat er auch Zeit- und Streitfragen aus der klinischen Medizin in den Bereich seiner Arbeit gezogen. Im Vordergründe stehen unter den wissenschaftlichen Leistungen Auerbachs seine Forschungen über den feineren Bau und die Entwickelung der Gewebe. Forschungen auf diesem Sondergebiete beschäftigten Auerbach während seiner ganzen Schaffenszeit. — Am 21. September ist in Herlin im Alter von 78 Jahren Herr Professor Dr. Wilhelm Waltenbach der historischen Wissenschaft und ihren Jüngern entrissen worden. Wattenbach hat auch. der Geschichte der Juden in Deutschland, besonders während des von ihm

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