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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-11-01 · Heft 11 (1.11.1897) · p. Seite 256

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 11 (1.11.1897)
Date
1897-11-01
Page
Seite 256 (sequence 16)
Language
German
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— 256 — des jüdischen Volkes als Verkünder einer reinen geläuterten Erkenntnis. Wie diese für ihre Wohlthaten, die sie der Welt erwiesen, Verfolgungen und Angriffen ausgesetzt waren, so sollte auch Abraham Kohn als Märtyrer auf dem Altäre seiner Überzeugungen als Opfer fallen. Unter dem Eindrücke der schönen Feier verließen Alle tiefergriffen die geweihte Stätte des Friedens. Wonatsschau. In Hamburg wurde eine „Gesellschaft für jüdische Volkskunde" gegründet mit dem Zweck, die Erkenntnis des inneren Lebens der Juden zu fördern. Es sollen möglichst vollständig alle in Wort und Schrift lebenden jüdischen Sagen, Märchen, Volkslieder, Sitten, Gebräuche, mundartlichen Eigentümlichkeiten u. s. w. gesammelt werden und soll eine Bibliothek bezw. ein Museum angelegt werden mit Kunsterzeugnissen jeder Gattung, die auf das jüdische Volksleben Bezug haben. — Der vor kurzer Zeit verstorbene, auch schon zu seinen Lebzeiten als Wohlthäter bekannte Privatier Lazarus Schwarz von Nürnberg hat in seinem Testament den weitaus größten Teil seines Vermögens für wohlthätige und gemeinnützige, konfessionelle und interkonfessionelle Zwecke bestimmt. Insbesondere hat er in Anbetracht des Umstandes, daß dürftige Israeliten in derartigen Anstalten nicht ausgenommen werden, mit einem Kapital von 400000 Mk. eine Altersversorgungsanstalt begründet Weitere 124000 Mk. vermachte er der israelitischen Kultusgemeinde für bestimmte Wohlthätigkeitszwecke, gegen 20000 Mk. verschiedenen Wohlthätigkeitsvereinen, z. B. dem Verein für Krankenpflege (Niederbronner Schwestern), dem Verein der Krankenpflege der Diakonissinnen, dem Verein Fraueuwohl, dem Komite für Ferienkolonien. — Der „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" erklärt: „Unsere Stellung zu der Frage eines Judenstaats zu präzisiren, hatten wir keine Veranlassung; sie war durch den Namen unseres Vereins „Deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens" gegeben. An Belehrungen hat es nicht gefehlt: sie sind fruchtlos geblieben. So sehr wir den jüdischen Ackerbaukolonien in Palästina die eifrigste Unterstützung wünschen, so sehr sind wir durch den Verlauf des Baseler Kongresses in unserer Ueberzeugung bestärkt worden, daß die „Judenstaat"- Schwärmer Unmögliches erstreben." — „Am Ende des Jahrhunderts", nennt sich ein Sammelwerk, das im Verlage von Siegfried Gronbach erscheint und eine Rückschau bildet auf die geistige Entwickelung unseres zu Ende gehenden Jahrhunderts. Die Sammlung bringt auch einen Band, überschrieben „Juden und Judentum im 19. Jahrhundert" von Dr. Hernfeld. — Man berichtet: Der alte Streit, welcher schon seit Jahres

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