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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-11-01 · Heft 11 (1.11.1897) · p. Seite 251

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 11 (1.11.1897)
Date
1897-11-01
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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m lich gar nicht mehr als Juden gelten^ we« sie auch genannt werden,, aber auch diejenige«, welche nur noch das Gefäß ohne Inhalt verehren, können als, Jude« im eigentlichen, richtigen Sinne des Worts nicht mehr betrachtet werden. Jeder Versuch, den Glauben und die Religio« wen zu beleben, muß ausschließlich davon ausgehen, dm Glauben an die Existenz einer walte »de« Gottheit neu zu schaffm oder zu bestärken. Man muß versuchm, die auerkamte Möglichkeit dieser Existenz zur Wahrscheinlichkeit oder Gewißheit zu erheben, die Macht und den Wert des Glaubens an und für sich, sowie die Möglichkeit seiner Neubelebung zw beweisen, und den Glauben an die Gottheit so zu formulieren, daß er als Motor für den wahren und echten Fortschritt der Mmschheit erkannt werde» muß, was bei den Kulturvölkern durch den bisherigen Glaube» jetzt für die Meisten nicht mehr erreicht wird. Wir glauben, daß der Versuch, eine derartige Hebung und Läuterung des Glaubens zu bewirken, innerhalb der weiten Grenzen der jüdischen Religion möglich ist. ohne die eigentlichen Grundlagen derselben zu zerstören, nicht aber innerhalb der engen und zugleich festen und hohen Grenzmauern -des positiven Christentums. Da aber auch viele Christen diese engen Grenzen nicht mehr anerkennm, so näher» sie sich in ihren religiösen Anschauungen nnwillkürlich dem geläuterten Judentum, welches seinerseits ohne jüdische Voreingenommenheit sich bemühen sollte, sich der Linie zu nähern, an welcher ein Teil des geläuterten Christentums schon angelangt ist. Aus dem vollständigen Einverständnis der beiderseitigen Pioniere kann vielleicht dereinst eine Religion der Zukunft hervorgehen. Die Versuche, eine derartige Hebung und Läuterung der beiden Religionen ausschließlich auf Grund der Bibel zu erzielen, sind vergeblich geworden, da einesteils die biblischen Berichte und Lehren ihre frühere überzeugende Kraft als göttliches Wort verloren haben, und andernteiks die Bibel in Bezug, auf ihren Gesammteindruck dem religiösen Bedürfnisse der Kulturvölker nicht mehr genügen kann. Wenn wir nun früher bewiesen haben, daß der Jude bis zur Zeit der Aufklärung aus religiöser Überzeugung nicht zum Christentum übertreten konnte, so waren unsere Beweise ausschließlich der Bibel entnommen, da diese bis znr damaligen Zeit auch allein für solche Fragen als maßgebend betrachtet wurde. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall, und der Inhalt der Bibel ist den Meisten so gleichgiltig geworden, daß sie für Erörterungen über denselben gar kein Interesse mehr haben. Nichtsdestoweniger muß der Religionssorscher, soweit er sich mit de» Religionen, wie sie jetzt noch bestehen, beschäftigt, bei allen Untersuchungen u»d Darlegungen auch jetzt noch vorzugsweise die Bibel berücksichtigen, da die bestehenden Religionen der Kulturvölker, die christliche sowohl als die jüdische, ausschließlich aus den Inhalt der Bibel gegründet sind. Man kan» ohne. Berücksichtigung der Bibel diese Religionen wohl ignorieren, aber niemals beurteilen» verteidigen oder bekämpfen. Sowohl der Gläubige, welcher eine dieser Religions»

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