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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-10-01 · Heft 10 (1.10.1897) · p. Seite 222

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 10 (1.10.1897)
Date
1897-10-01
Page
Seite 222 (sequence 6)
Language
German
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222 sind reuelos" und „der Thron Davids wird neuerdings von einem Sohne Davids bestiegen werden." Zu Enden der Zeiten wird das Haus des Herrn auf den Gipfeln der Gebirge erstehen und über Berg und Thal wird die Menschheit herbeiströmen und sich zurufen: Kommt herauf auf den Berg des Herrn, und in das Haus des Gottes Jakobs! Er wird uns die Wege zeigen und wir werden in seinen Pfaden wandeln; denn von Zion erstrahlt das Gesetz und das Wort des Hüters von Jerusalem. Alle Versprechungen, welche der Allmächtige den Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob gelobt, werden in Erfüllung gehen. Wie und auf welche Weise wir zu diesem glücklichen Tage gelangen werden, geziemt gewiß nicht mir, es offen bei dieser Feierlichkeit auszusagen. Ich kann indes den hier gegenwärtigen Kindern Israels zusichern, daß in keinem ihrer Herzen ihr Wunsch so laut schlägt, wie in dem meinigen, damit dieser Tag bald erscheine; denn ich habe noch nie einen gleichen Genuß in meinem Leben genossen, wie in dem Augenblick, wo ich die ruhmreichen von Israeliten verfaßten Wahrheiten lesen konnte. Aus einer Mede, gehalten am Schlüsse des Versöhnungstages von Rabbiner Dr. N. Brüll s. A. Wie die Sonne, ehe sie den glühenden Abendhimmel verläßt und in die finsteren Schatten der Nacht sich hinabsenkt, noch einmal ihr großes leuchtendes Haupt dem Erdball zuwendet, all' ihre Flammen entzündet, all' ihren Glanz ergießet, all' ihre Pracht entrollet, damit wir mit einem Gefühle der Bewunderung von ihr scheiden und von ihrem letzten Anblicke ein süßes Entzücken in der Seele uns zurückbleibe, so will der heutige Gottestag, der als eine herrliche Sonne an dem Himmel der Zeiten strahlt, nicht eher von uns hinwegziehen, als bis er denn noch einmal in dem ganzen Glanze seines Lichtes, in dem vollen Schmucke seiner Erhabenheit, in der hohen Größe seiner Bedeutung sich uns gezeigt, damit wir nicht leer von ihm ausgehen und seine heiligen Eindrücke uns in das Leben hinausbegleiten. Noch ein Wort hat er uns zu sagen, ehe die Pforten der Vergangenheit sich hinter ihm schließen, ein gar ernstes und lehrreiches Wort, ein Wort, darin er seine ganze Bedeutung und sein innerstes Wesen uns noch einmal enthüllt und offenbart. Versöhnung vor Gott! Friede unter den Menschen! das ist der Ruf mit dem er zu uns eingezogen, das ist die Verheißung, die er fortwährend auf seinen Lippen trägt, die heute tausendfach wiederhallt in »nseren Herzen, in unseren Gebeten, in unseren Betrachtungen. Wie? Bedarf es aber dazu eines bestimmten und besonders dazu eingesetzten Tages, sollte der Gott, der den Zeiten gebietet und den Welten befielt, der die Sterne ordnet in ihren Bahnen

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