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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-09-01 · Heft 9 (1.9.1897) · p. Seite 208

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 9 (1.9.1897)
Date
1897-09-01
Page
Seite 208 (sequence 16)
Language
German
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— 208 — Wonatsschau. In Herlin wurde Herr Dr. Julius Ielski zum Prediger -er jüdischen Reformgemeinde gewählt. — Herr Rabbiner Dr. Zuckermandel aus Meschen ist, als Lektor an die Mora-Leipziger-Stiftung in Breslau berufen worden. — In Gießen hat Herr Rabbiner Dr. Levi nach einer 68 jährigen Thätigkeit in voller geistiger und körperlicher Frische sein Amt als Rabbiner niedergelegt und das- ’ selbe seinem Nachfolger Herrn Dr. Sander übergeben. — Herr Dr. Salomon Posner ist an Stelle des nach Gießen berufenen Herrn Dr. Sander zum Rabbiner in Karlsruhe gewählt worden. — An der Universität Breslau habilitirte sich Herr Dr. William Stern aus Berlin als Privatdozent für Philosophie. — Die philosophische Fakultät der Universität Berlin hat den Regierungsbaumeister Herrn Ludwig Horchardt wegen seiner Verdienste um die Erforschung altägyptischer Kunstdenkmäler zum Ehrendoktor ernannt. — Synagogen wurden eingeweiht in Landeck am 31. Mai, in Oppeln am 22. Juni und in Fritzlar am 30. Juni. — Auf Anregung des Herrn Sigmund Frankel hat die B'ne Brith-Loge . in München den Beschluß gefaßt, ein Jnstitilt zu schaffen, in dem jüdische Krankenpflegerinnen für. Bayern ausgebildet werden. Es sind seitens der Logenmitglieder bereits so namhafte Beträge für das edle Werk cespendet worden, daß sein Zustandekommen als gesichert gelten kann. — Am 18. Juni wurde der 70. Geburtstag des Herrn Landrabbiners Dr. Fr. Feilchenfeld in Schwerin unter Teilnahme weiter Kreise festlich begangen. Ein ihm aus diesem Anlasse übergebenes größeres Kapital bestimmte er zu einer „Dr. Feilchenfeld-Stiftung" zum Zwecke weiterer - Ausbildung der israelitischen Lehrer des Großherzogtums. — Herr Kommerzienrat Friedr. A. Engelhorn hat anläßlich seiner goldenen Hochzeit der Heimatsgemeinde Mannheim die Summe von 50000 Mark mit der Bestimmung gestiftet, daß die Zinsen jährlich an fünf Familien verteilt werden sollen und zwar so, daß je vier christliche und eine israelitische teilzunehmen haben. — In der großen Aula der Universität in Gießen fand anläßlich des Stiftungsfestes der Universität der übliche Festaktus statt. Die Festrede hielt der derzeitige Rektor, Herr Geheimer Kirchenrat iProf. Dr. .Stade. Das Thema seiner Rede war „Die Entstehung des Volkes Israel". Die Nachrichten der Bibel wurden einer kritischen Prüfung unterzogen und durch die der Inschriften ergänzt. Das Volk Israel , entsteht zugleich mit der Stiftung der mosaischen Religion. Mose befreit als Bote des Sinaigottes und Führer einer Konföderation von Nomadenstämmen von den Ägyptern bedrückte hebräische Nomaden, die mit ihren Befreiern unter der Leitung Moses verbleiben und zu einem Volke verschmelzen. So trägt die Religion Israels von Anfang an historischen Charakter. Nach längerem Aufenthalte in der Wüste von Kadesch erobert auch dieses Volk das Ostjordanland und läßt sich von diesem aus auch im Westjordanland nieder. Hier verschmilzt es

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