Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1897)
- Date
- 1897-09-01
- Page
- Seite 207 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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207 Was kümmert dich draußen das Stürmen, Wenn der Sturm nur dein Herz verschont, Wenn drinnen ein heiliger Friede, Ein heiterer Himmel wohnt! Was kümmert dich draußen der Winter, Wenn im Herzen der Frühling weht, Wenn drinnen ein duftiger Garten Voll Blumen und Blüthen steht! Drumm kümm're dich nicht um das Äußere, Sei mehr um das Jnn're bedacht, Laß stürmen die Welt und die Menschen, Dein Herz nur nimm sorgsam in Acht! Wald sind -ie Tage um. Aus dem ungedruckten Nachlasse von weiland Ludwig August Frankl an seinem 70. Geburtstage. Klage nicht, trage stumm, Du hast gestrebt; Bald sind die Tage um, Die Du gelebt. Sieh, wie der Vogel thut: Schwärmet und singt, Doch wenn es dämmert, ruht, Schattenumringt. Schlummert im grünen Wald, Rühret sich kaum, Einzelne Laute lallt Er noch im Traum. Einmal bei Morgenschein Liegt er im Moos Und ist die Lust und Pein Immerdar los. Weiter im schönen Wald Singet der Chor, Schweigen wird der auch bald — Grämst Du Dich Thor. Einsamer immer mehr, Wo ich auch bin, Trag' ich des Alters schwer Lastenden Sinn. Freuden sind all' entfloh», Lieb' und Gesang, Jugendgenossen schon Ruhen, wie lang! Aber die Lust, das Leid, Die mich verzehrt, Durch die Vergangenheit Sind sie verklärt. Doch auf der Zukunft Spur Traurige Fracht: Welkende Blätter nur, Sternlos die Nacht.