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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-08-01 · Heft 8 (1.8.1897) · p. Seite 191

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 8 (1.8.1897)
Date
1897-08-01
Page
Seite 191 (sequence 23)
Language
German
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.1 'u«'< '-wjwmij — 191 — nahm sich der Juden an. In Eisenstadt, Mattersdorf und Kobersdorf genossen die Juden als „Zsellerek", Kleinhändler, adeligen Schutz. In Ödenburg wurde der jüdische Friedhof zerstört und die Synagoge dem Schneidermeister Sebastian für 80 Gulden überlassen. Unter dem Namen „Judengärten" ist noch heute das Andenken an Friedhof und Synagoge und an Grundstücke der Juden im Volks- ' munde bekannt. Die Folge der Ausweisung der Juden war: die Preise der Maaren gingen in die Höhe, viele Häuser standen leer und Geld war kaum irgendwo zu bekommen. Die christlichen Geldleiher nahmen unerschwingliche Zinsen, die christlichen Wucherer beuteten die Bewohner aus. 1634 wandten sich sieben Ödenburger Bürger an Ferdinand II. mit der Klage, daß sie den Wucherern (Christen) die Hälfte der geliehenen Sunime gleich beim Empfang derselben als Zinsen erlegen müßten und am Ende des Jahres wieder Zinsen von der ganzen Summe zu geben genötigt sind und außerdem noch ein Geschenk. Der Magistrat war stets in Geldnöten, die Gemeinde war arm, die Steuern uneintreibbar, die Stadt mit Schulden überhäuft. 1589 klagt der Magistrat, „daß die Sünden von Tag zu Tag mehr und mehr überhand nehmen". Trotzdem wurde den Juden noch im 17. Jahrhundert nicht einmal gestattet, als Hausierer die Stadt zu betreten. Aber nach und nach bekamen sie zuerst Hausier-, dann Marktbesuch- und später Übernachtungsrecht. 1766 durften die Juden von Sonntag bis Freitag in der Stadt weilen. Zu Ende des vorigen Jahrhunderts ließen sich zwei jüdische Familien als tolerierte Juden daselbst ständig nieder; 1830 wohnten daselbst schon an 70 jüdische Familien; 1850—1870 strömten die Juden nach Ödenburg zurück. Die Stadt datiert aus dieser Zeit ihren wirtschaftlichen Aufschwung und ihre großartige Entwicklung, Handel und Gewerbe haben von da ab eine Blütezeit zu verzeichnen, die Juden leben mit den Einwohnern jetzt in Eintracht und Frieden, nur selten gestört durch antisemitische Anschauungen, die hie und da vereinzelt anzutreffen sind. — Von Herrn David Kahana ist unter dein Titel „Megillcith Sefer" Selbstbiographisches über Jakob Emden aus einer Oxforder Handschrift herausgegeben worden. Es fallen dadurch helle Streiflichter auf die innere Geschichte der Juden in Deutschland in der vormendelssohn'schen Zeit. Wenn auch Emden eine streitsüchtige Natur oft übertreibt, so sind doch-seine Mitteilungen, soweit sie Thatsächliches berichten, wertvoll und interessant.—Im Verlage von M. Uoppelauer in Krrlin (I. Saenger) sind erschienen; Predigten von Dr. I. Kohn, Rabbiner in Jnowrazlaw, Heft VII. (Pessach und Schabaoth). Der Verfasser versteht es, - aus dem scheinbar spröden Stoffe alter Schriftauslegungen für seine Predigten; moderne Gedanken zu gewinnen und seine Reden dadurch inhaltsreich und interesi sant zu gestalten. Vorliegende Reden: „Staat und Kirche", „Mose am Nil", „Die Sefirah", „Das Alphabet", „Zwei Welten und Ein Schöpfer" verdienen daher, sowohl von Fachgenossen wie von Laien gelesen zu werden und reihen sich den \ besseren homiletischen Erzeugnissen der Gegenwart würdig an. Nur muß manch« i

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