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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-08-01 · Heft 8 (1.8.1897) · p. Seite 192

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 8 (1.8.1897)
Date
1897-08-01
Page
Seite 192 (sequence 24)
Language
German
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192 mal noch vor dem Drücken mehr Sorgfalt auf die Sprache gelegt werden, denn was soll man sich darunter denken, S. 7: die-Gewässer, die sonst den Durstenden erfrischen und erquicken, sie sollen für Israel allein zum verzehrenden Brande werden. — Im Berlage von M. Popellauer (I. Sänger) in Berlin ist erschienen: Ein neuer Maphteach. Von Dr. Max Simon, Berlin und L. Cohen, Lehrer, Rees a. Rh. Mit Hilfe dieses von zwei rühmlichst bekannten Fachmännern herausgegebenes Buches wird es auch dem Laien möglich, jedes beliebige Datum aufzufinden und von einer in die andere Zeitrechnung zu umsetzen. Er braucht nur abzulesen und ist die Arbeit der Umrechnung nicht nötig. Auch für den Gelehrten bietet diese Arbeit, welche einen deutschen, einen französischen und englischen Text bringt, viel Lehrreiches. — Die Lyoner KibliotheK besitzt eine der ältesten, aus dem 6. Jahrhundert stammenden Handschriften der 5 Bücher Moses. Vor ungefähr 50 Jahren wurden 10 Hefte dieser Sammlung durch den berüchtigten Bücherdieb Libri gestohlen. Libri verkaufte sie nach England, wo sie 1880 für die Lyoner Bibliothek wieder erworben wurden. Kürzlich hat man nun in der Hinterlassenschaft eines Herrn de Verna 11 neue Hefte des seltenen Manuskripts entdeckt. Das erste enthält die Fortsetzung des im letzten Hefte des wiederhergestellten Manuskripts der Lyoner Bibliothek abgebrochenen Satzes. Die beiden Manuskripte haben also zusammengehört, man weiß aber nicht, wann sie von einander getrennt wurden. — Die Bibliothek in Göttiugen ist im Besitz zweier merkwürdiger Bibeln. Die eine führt den Namen „Narrenbibel", und zwar daher, daß die Frau des Druckers im ersten Buch Moses die Worte: „Er soll Dein Herr sein" umänderte in „Er soll Dein Narr sein". Da die Fälschung nach der Korrektur geschah, wurde sie nicht eher bemerkt, als bis bereits einige Exemplare der Ausgabe verkauft waren. Auf Veranlassung der Polizei und der Geistlichkeit wurden die betreffenden Bogui vernichtet, so daß nur einige Exemplare dieser gefälschten Bibel erhalten worden sind. Die Frau wurde der Gotteslästerung schuldig befunden und mußte ihre That mit dem Leben bezahlen. Eine andere kuriose Erscheinung auf dem Gebiete der Bibelliteratur erschien im Jahre 1756 in Braunschweig und ist unter dem Titel „Exzellenzbibel" bekannt. In dieser Ausgabe ist nämlich der Zopf- und Curialstil jener Zeit auf den Text der Übersetzung übertragen und dieser dadurch abscheulich entstellt worden. So liest man darin statt Bank „Kanapee", statt Vorrat von Speisen „Magazin", statt Fürsten „Kommandanten", statt: Dem teuren Landpfleger (Apostelgeschichte 23, 26) „Dem hochwohlgebornen Landpfleger", statt: auf des Kaisers Erkenntnis „Auf Seiner Majestät Erkenntnis". Inhalt: Die Eleusinische» Mysterien im jerusalemischen Tempel. — Übertritte zum Judenim 18. Jahrhundert. — Die ersten hebräischen Buchdrucke. — Ein jüdischer Kalligraph im 13. Jahrhundert. — Ein Taschenspieler aus Westfalen im 13. Jahr- - hundert. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. I

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