Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-08-01 · Heft 8 (1.8.1897) · p. Seite 189

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 8 (1.8.1897)
Date
1897-08-01
Page
Seite 189 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969837-2969846--5160-2974450
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

189 liebe Geld" großen Erfolg erzielt. Dem Autor sind von den meisten größeren Bühnen schon Anträge behufs des Aufführungsrechtes zügekommen. — Der Cello- Virtuose Herr D. Popper feierte, wie ans Stuttgart geschrieben wird, im letzten Abonnementskonzerte der dortigen Hofkapelle einen großen Triumph. Das Publikum bereitete dem Künstler stürmische Ovationen, und die Kritiken der dortigen Blätter schließen sich dem so schmeichelhaften Urteile des Publikums vollständig an. — Seine Majestät der König hat dem in Budapest gebürtigen, in Berlin wohnhaften Theater-Direktor Herrn Sigmund Lautenburg das Ritterkreuz des Franz Josephs-Ordens verliehen. — Die Akademie der Künste hat den Fould- Preis von 1200 Francs dein Maler Herrn Salamon Gaieb aus Algier verliehen. — Im „Theater des Westens" in Arrlin wurde jüngst „König Saul", Drama in vier Akten von Adalbert von Haustein» zum erstenmale aufgeführt, das von der Presse mit Recht als eine Entstellung der Bücher Samuel scharf kritistrt wird. — Der katholische Schriftsteller, Herr Hans Eschelbach, hat einen Dreiakter „Antiochus" gedichtet, mit dem die katholische „Volkszeitung" in Köln sich eingehend beschäftigt. Sie schreibt: „In dem Vorwort teilt der Dichter kurz die seinem Drama zu Grunde liegenden geschichtlichen Thatsachen mit und sagt dann zu seiner Entschuldigung: „Der strenge Historiker wird vielleicht über die Art, wie ich den gegebenen Stoff behandelte, bedenklich den Kopf schütteln, aber ich hoffe zuversichtlich, daß der Kunstfreund mir dafür danken wird, und das ist ja die Hauptsache." Der Dichter hat sallerdings das Recht, die historischen Daten und Ereignisse nach seinem künstlerischen Ermessen sich zurecht zu legen, aber doch nur bis zu einer gewissen Grenze. Er darf nicht Personen, die nicht zu gleicher Zeit gelebt haben, als Zeitgenossen figurieren lassen, aber er darf Auseinanderliegendes zusammendrängen. Geschichtlich überlebt z. B. Antiochus Epiphanes den priesterlichen Feldherrn Matathias um einige Jahre, während das Drama den Tod des ersteren antizipiert. Dawider wäre vom künstlerischen Standpunkt nichts einzuwenden. Aber dem Dichter ist es nicht gestattet, historische Charaktere beliebig zu ändern oder gar zu entstellen. Im allgemeinen hat Eschelbach dies auch nicht gethan, sowohl der grausame Antiochus als die heldenmütigen Hebräer tragen im ganzen die Züge und Farben der Geschichte. Nur einen Mißgriff sehr bedenklicher Art hat sich der Dichter zu schulden kommen lassen, indem er zwischen dem syrischen König und der heroischen Mutter der makkabäischen Brüder ein Verhältnis schuf, das erstern in sentimentaler Beleuchtung erscheinen läßt, während das Heldenweib zum Zerrbilde wird. Das Motiv des Hasses des Antiochus wider Matathias ist zwar gut erfunden, aber die Jüdin müßte eine andere sein als die von dem Dichter gewählte. Der erste Akt ist durch diese Episode ungebührlich lang geworden, im zweiten und dritten ist mehr dramatisches Leben. Es ist dem Verfasser unzweifelhaft gelungen, wirkungsvolle Szenen zu schaffen, die Handlung führt zu manchen hochtragischen Konflikten, bei welchen die Sprache des Dichters

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.