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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-08-01 · Heft 8 (1.8.1897) · p. Seite 188

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 8 (1.8.1897)
Date
1897-08-01
Page
Seite 188 (sequence 20)
Language
German
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188 geriete. Ihr ergebenster Richard Wagner." — Die „Vossische Zeitung" schreibt: Des Operetten-Komponisten zu vergessen, ist die undankbare Gegenwart, sofern er sich ihr nicht immer wieder von neuem ins Gedächtnis zurückruft, allzu rasch bereit; ist doch der jetzt etwa 65 jährige Charles Lecocq, für Deutschland wenigstens, seit Jahren ein todter Mann. Auch Herr Emil Jonas ist der Gegenwart völlig fremd geworden, und dies umsomehr, als er das Gebiet der Operette seit Jahren aufgegeben hat. Und doch hat er mit drei Werken vor 20 bis 25 Jahren in Deutschland sehr hübsche Erfolge erzielt. Es sind dies „Die Ente mit den drei Schnäbeln", „Goldchignon" und „Javotte", drei teils graziöse, teils übermütige, musikalisch nicht reizlose Operetten, die, wofern uns unsere Erinnerung nicht täuscht, ihrerzeit von dem Personal des Wiener Strampfer-Theaters in Berlin eingeführt worden sind und uns die Erinnerung an das entzückende Terzett Karoline Finaly, Felix Schweighofer und Alexander Girardi ins Gedächtnis zurückrufen. In späteren Jahren hat Jonas seine Beziehungen zur leichtgeschürzten Operettenmnse gelöst; soweit uns bekannt, lebt er gegenwärtig in Paris als Kantor an einer Synagoge, und hat auch einen „Recueil de chants hebraiques“ herausgegeben. — Ein Freund jüdischer Poesie, der nicht genannt sein will, hat für den besten Text einer jüdischen National-Hymne einen Preis von 500 Frcs. ausgesetzt. „Zur Bewerbung sind Gedichte in allen Sprachen zugelassen. Für die Übersetzung des preisgekrönten Textes ins Hebräische und in andere bei Juden übliche Idiome wird gesorgt. Die Musik zu dem Texte wird auf dem Wege einer weiteren Preisausschreibung gewonnen werden." — Frau Baronin Alphonse de Rothschild in Paris hat der geographischen Gesellschaft ein Porträt Nansen's zum Geschenk gemacht, das sie selbst gemalt hat und das als sehr gelungen bezeichnet wird. — Ein geschichtlich-liturgisches Concert — das erste dieser Art — veranstaltete im Konzertsaal der Gesellschaft der Freunde in Kerlin Herr Alexander Weinbaum mit einem eigens hiezu zusammengestellten großen Chore. Es gelangten neben anderen 3- bis 8-stimmige Chöre und Soli von dem frühesten historisch nachweisbaren Synagogalcomponisten Salomo di Rossi (lebte um 1600) zur Vorführung, und zwar, wenigstens in Deutschland, zum ersten Male. — Der bekannte Wiener akademische Maler Herr Isidor Kaufmann hat in der diesjährigen Kunstausstellung im Künstlerhanse zwei Bilder „Der Sabbat" und „Die Synagoge in Sadagora" mit dem Wunderrabbi ausgestellt, welche allgemeines Interesse erregten. Demselben wurde der Baron Königswarter-Künstlerpreis im Betrage von 500 fl. von der hierzu berufenen Jury für das Bild „Sabbat" verliehen. — „Mi addir“, den bekannten Traugesang, hat Herr Kantor Friedland nach einer alten sehr beliebten Melodie für Solo mit Klavier- oder Harmoniumbegleitung bearbeitet und in dem renommierten Verlage von Georg C. Bürkner, Breslau erscheinen lassen. — Herr Alexander Engel, einer der jüngsten Wiener Schriftsteller, hat jüngst im Raimundtheater mit seinen! Erstlingswerk, dem Volksstück „Das

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