Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1897)
- Date
- 1897-08-01
- Page
- Seite 187 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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1 4—n—77—™i -7—“—J|JM ' J |j«|l l. VI U„.II I.UkUllJiHj — 187 — ziiglichen Münzen, Medaillen rc. zu erwerben. Diese in Bronze gegossene Medaille hat einen Durchmesser von 39 mm. Die Schauseite zeigt das von der rechten Seite gesehene Brustbild eines Mannes mit gestutztem Vollbart und kurzem gekräuselten Haar in zugeknöpftem Wams. Die Umschrift lautet; ELIA DELATAS. EBR/EO. MD52. Die Kehrseite zeigt das ebenfalls von der rechten Seite gesehene Brustbild seiner Frau, deren gelocktes Haar am Hinterhaupt von einem Netz bedeckt ist. Bekleidet mit einem ausgeschnittenen Mieder, werden Nacken und Brust von einem Busentuch verhüllt. Die Umschrift lautet: RICA. SVA/ GIENETRICE. Das Stück war, so viel mir bekannt ist, in der numismatischen Literatur bisher nur nach diesem ehemals Spitzer'schen Exemplar beschrieben, wie denn auch außer diesem Exemplare vorläufig nur noch ein zweites im Berliner königlichen Münzkabinet befindliches bekannt ist, »voraus es sich wohl auch erklärt, daß es in der jüdischen Literatur bisher gänzlich unbeachtet geblieben ist. So nnbekannt wie die Medaille in der jüdischen Literatur bisher geblieben, so unbekannt sind leider auch die darauf dargestellten Persönlichkeiten. Aus der Medaille selbst lassen sich Aufschlüsse über die darauf dargestellten auch kaum erwarten. Im Gegenteil bietet sie uns noch ein neues Rätsel dar, denn die Darstellungen lassen den Sohn eher älter als die Mutter, oder zum wenigsten gleichalterig mit derselben erscheinen, keinesfalls aber entsprechend jünger. Hat nun der Künstler der Mutter nur so stark geschmeichelt, oder ist die letztere jung verstorben, und ihr Bild daher später nach einem anderen, früher vorhanden gewesenen Porträt kopiert? — Wie dem auch sei, soviel läßt sich aber mit vieler Sicherheit schon aus der bloßen Existenz einer solchen Medaille an und für sich schließen, daß dieser Elia, ebenso wie so viele andere Glieder der Familie Lates, seinerzeit irgend eine hervorragende Stellung eingenommen haben muß, und so dienen diese Zeilen vielleicht doch dazu, das Dunkel, das über diese Persönlichkeiten bisher ausgebreitet ist, noch aufzuhellen. — Daß selbst Richard Wagner kein Freund der antisemitischen Bewegung war, geht aus folgendem Schreiben Bayreuth, 23. Februar 1881, hervor. Der „Ring der Nibelungen" wurde 1881 in Derlin zum erstemnale am Viktoriatheater unter Angela Neumann's Leitung aufgeführt. Während der Vorarbeiten kamen an Neumann Briefe des Inhalts, daß Richard Wagner der antisemitischen Bewegung nahestehe. Eine Anfrage des Operndirektors rief die folgende Antwort Wagner's hervor: „Geehrtester Freund und Gönner! Der gegenwärtigen „antisemitischen" Bewegung stehe ich vollständig fern: ein nächstens in den „Bayreuther Blättern" erscheinender Aufsatz von mir wird dies in einer Weise bekunden, daß Geistvollen es sogar unmöglich werden dürfte, mich - mit jener Bewegung in Beziehung zu bringen. — Dennoch geht mein Rat dahin: — Geben Sie Berlin auf und gehen Sie Mai und Juni nach London. ... —; Es wäre nicht übel, wenn Ihre — und unsere — Unternehmung durch Unsiunigkeiten der Art, wie sie jetzt in Berlin florieren, in eine vollständig schiefe Bahn