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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-08-01 · Heft 8 (1.8.1897) · p. Seite 186

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 8 (1.8.1897)
Date
1897-08-01
Page
Seite 186 (sequence 18)
Language
German
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r ...y- «... " — 186 — kannten Maler Max Liebermann schreibt die „Köln. Ztg.": „Für den Kunstkenner hat die sonst tötlich langweilige Berliner Kunst-Ausstellung eine pikante Spitze in der Sonderausstellung Max Liebermann's. Nach dem Münchener Muster Lenbach's hat sich Liebermann für seine Bilder einen eleganten Salon in mattem Grün, / mit leichtem Bronzezierwerk, Mahagonirampen und englischen Sitzen Herrichten lassen. Dieser aristokratisch vornehme Raum steht in einem gewissen Widerspruch mit der Art der Werke des herben und derben Naturalisten. Daran denken aber die Berliner nicht, sondern eben so feierlich wie die Münchener in der Lenchbachabteilung stehen sie im Liebermann'schen Salon. Der Witz der Sache liegt darin, daß der Berliner Spott, das Hohngelächter und die Bezeichnung „scheußlich" keinem Künstler außer etwa Böcklin, das Leben so sauer gemacht haben wie eben Liebermann, dem ersten deutschen Maler, der den Naturalismus aus Paris nach der Heimat verpflanzte. Dazu ist aber vielleicht kein anderer Künstler sich selber so treu gewesen, hat so zäh an seiner künstlerischen Ausdrucksweise festgehalten, wie er, so daß die Wandlung ganz und gar nicht bei ihm liegt. Nimmt man weiter dazu, daß dieser Prinz der Berliner Malerei ein Jude ist, so gewinnt der pikante Vorgang noch eine verschärfte Würze. Auch für den Kritiker, dessen persönlicher Empfindung die Kunstweise Liebermann's ferner steht, ist es in der That eine hervorragende Erscheinung, dessen tapferes Ringen mit der Natur, dessen kühne und doch zugleich ängstlich gewissenhaft die Wahrheit suchende Technik der Beleuchtung, der Raumperspektive und der Bewegung, dessen überraschende Fähigkeit ferner viele kleine Einzelheiten einheitlich zu sehen und konzentrisch unter eine Wirkung zu bringen» ihm einen wohlverdienten Ruf in der internationalen Kunstwelt gesichert haben. Er würde auch ohne die besonderen äußeren Vorkehrungen weit vorne an der Spitze der Ausstellung stehen, denn nnr einige wenige andere Berliner Maler finden wir noch, aus deren Werken eine volle künstlerische Persönlichkeit spricht, die etwas sagen wollen und es auf eine persönliche Art sagen. Die ausgestellten Werke Liebermanns sind den Kennern meist wohlbekannt. Wir finden den „Mann im Kartoffelfelde", „die Rübenleserinnen", das „Altmännerhaus", den „Münchener Biergarten", die „Straße in Zandvort" und eine Reihe von Skizzen und Studien, sowie ein Pastellbild des Professors Birchow. — Über eine unbekannte jüdische Medaille berichtet Herr Albert Wolf in Dresden in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums folgendes: Ju der Reihe der ans die jüdische Geschichte bezüglichen neuzeitlichen Medaillen galt bisher, abgesehen von der vielumstrittenen, sogenannten „Lämmleinmedaille", die im Jahre 1556 zu Ehren der Gracia Nassi von Pastorini gefertigte als die früheste. Bei der in Paris abgehaltenen Auktion der Spitzer'schen Kunstsammlungen kam aber ein anderes, um vier Jahre früher von einem anonymen italienischen Künstler gefertigtes Stück von unzweifelhafter Echtheit zu Tage, das der Schreiber dieser Zeilen so glücklich war, für seine Sammlung von auf die jüdische Geschichte be-

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