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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-08-01 · Heft 8 (1.8.1897) · p. Seite 185

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 8 (1.8.1897)
Date
1897-08-01
Page
Seite 185 (sequence 17)
Language
German
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Wasser besprengt, um ihm den Teufel auszutreiben. Diese unangenehme Behandlung verursachte ein Erbrechen von seiner Seite. Die Geistlichkeit sah dies als ein Zeichen an, daß der in ihm wohnende Teufel aus ihm geflohen sei. Er verließ darauf das päbstliche Gebiet, ging nach Venedig, wo er die Geschichte seines Lebens schrieb, welche in mehrere Sprachen übersetzt wurde. (Alphabetische Liste von M. P. Jung S- 249.) Weater, Musik und bildende Kunst. Unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn Baurates Ktiaßny fand in Wien am 8. Mai die erste Generalversammlung der „Gesellschaft für Sammlung undKonservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums" statt, welche von einem sehr zahlreichen und äußerst distingnirten Publikum, namentlich von Damen, besucht war. Er würdigte in schwungvollen Worten die Leistungen der Juden auf dem Gebiete der Kunst und besprach sodann die Thätigkeit der Gesellschaft. Derselben gehören trotz ihres erst kurzen Bestandes bereits 5 Stifter und 63 Mitglieder an. Die Gesellschaft war auch bereits in der Lage, dank der Munifizenz zahlreicher Gönner und Förderer, insbesondere des Baron Albert von Rothschild, ein Museum jüdischer Kunstdenkmäler in ihrem Vereinslokale in der Rathausstraße anzulegen. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden die Maler Isidor Kaufmann und Leopold Horowitz zu Kuratoren gewählt und zahlreiche korrespondirende Mitglieder, unter anderen auch der Großrabbiner von Frankreich Zadok Cahn in Paris und der Gelehrte Ignaz Golz ernannt. Universitätsprofessor Dr. D. H. Müller berichtete über einen interessanten Fund bei Ausgrabungen in Bosnien. Dort wurde näinlich eine Hagada (eine Art Chronik) gefunden, welche nach Art von Mönchschroniken Illustrationen enthält, die mit humoristischen Knüttelversen als Überschriften versehen sind. Im Anschlüsse an die Versammlung hielt der erste Vizepräsident der Gesellschaft, Hofschauspieler Adolf Ritter v. Sonnenthal, eine poetische Vorlesung, deren Themen mit den Bestrebungen der Gesellschaft in einem gewissen Zusammenhang standen, er las nämlich den vierzehnten Gesang von „Ahasver's Wanderungen" und die bekannten, scharfen Charakterbilder Kohn's aus dem Prager Ghetto. Nach der ergreifenden Tragik der Ahasver-Sage kam der charakteristische Humor dieser Zeichnungen aus dem jüdischen Ghettoleben zur besonderen Geltung. Die tiefgemütvolle Art Sonnenthal's gab diesen liebevollen Detailbildern einen poetischen Reiz, und es entbehrte überdies nicht einer gewissen Pikanterie, wenn der Faust und Lear der Wiener Hofbühne bei einem Gespräch zweier Greise den Jargon des Prager Ghetto getreulich zu copieren versuchten. Kein Zweiter vielleicht versteht es wie Sonnenthal, der Interpret des echten Humors zu sein, der unter Thrünen lächelt. — über den be-

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