Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1897)
- Date
- 1897-08-01
- Page
- Seite 184 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2969669-2969837-2969846--5155-2974445- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
184 in jeder Hinsicht sie überflügelte. Der aus Antwerpen gebürtige Daniel Bombergo ließ sich im Hebräischen unterrichten, eröffnete mit großen Kosten eine Druckerei zum Drucke hebräischer Schriften und veröffentlichte 1511 die vollständige hebräische Bibel. In Frankreich erschienen nur wenige hebräische Werke, wie die im Jahre 1508 herausgegebene hebräische Grammatik von Tissard. In Spanien und Portugal 1494 Kimchis Kommentar zu den ersten Propheten und 1497 desselben Kommentar zu Jesaia und Jeremia. In Österreich erschienen die ältesten Drucke in Prag. Mehr noch als in Deutschland, wo nur in Heddernheim und Dyhernfurt am Anfänge des 17. Jahrhunderts einige hebräische Werke gedruckt wurden, erblühte die hebräische Buchdruckerkunst in Holland namentlich in Amsterdam, das bald den ganzen hebräischen Büchermarkt beherrschte. Mit der Zeit entstand den Amsterdamer Druckern eine Concurrenz, welche sie durch billige Preise überflügelte. In Jessnitz, Sulzbach, Wilhermsdorf, Fürth wurden die bedeutendsten Werke der altrabbinischen Litteratur herausgegeben. Dazu kam noch das Entstehen bedeutender hebräischer Druckereien in den größten Absatzgebieten Polen und Bolhynien, welche heute noch florieren. Gin jüdischer Kalligraph im 13. Jahrhundert. Wetzlar Jacob ein sehr geschickter Jude des 13. Jahrhunderts zu Znaim in Mähren geboren, wo er sich selbst lehrte, und brachte es so weit, daß er im Stande war Schüler anzunehmen. Seine Eltern lehrten ihn lesen, und das übrige erwarb er durch das viele Lesen. Er schrieb eine so schöne Hand, daß man es kaum von dem Drucke unterscheiden konnte. Sein Ruhm wurde bald ausgebreitet und es wurden ihm Schüler von allen Gegenden zugeschickt. Er schrieb eine kleine Gramatik, und eine sehr wohl ausgeführte arithmetische Tabelle, und starb 1268. (Alphabetische Liste von M. P. Jung. S. 431.) Kin Taschenspieler aus Westfalen im 13. Jahrhundert. Manodoch (Samuel) auch wegen seiner Geschicklichkeit in Kunststücken Mandritto genannt, war ein deutscher Jude 1240 in Westfalen geboren. Er erregte besonders als ein Taschenspieler vieles Aufsehen. In seinem 20. Lebensjahre legte er sich noch auf das Studium der lateinischen und griechischen Sprache und Chemie und ging hernach nach Italien. Hier hielt man ihn wegen seiner iu Verbindung mit anderen seiner Freunde producierten Kunststücke für einen Zauberer, wurde deswegen in Bologna in einen eisernen Käfig gesperrt, von der Geistlichkeit mit heiligem