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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-08-01 · Heft 8 (1.8.1897) · p. Seite 180

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 8 (1.8.1897)
Date
1897-08-01
Page
Seite 180 (sequence 12)
Language
German
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180 der Geschichte dieses Festes finden Renans Worte eine Bestätigung, daß die Pharisäer leidenschaftliche Liebe betätigten in Verteidigung solcher Institutionen, die ihnen anfangs aufgezwungen wurden. Dieser Anfang kann nun in der Zeit des Antiochns Epiphanes gesucht werden, als die Macht über den Kultus des jerusalemischen Tempels beinahe fünfundzwanzig Jahre lang in den Händen solcher Hohepriester lag, die, dem Antiochus zu gefallen, nicht nur mit den griechischen Sitten kokettirten, sondern auch willig die Hand boten, die alte Religion Israels auszurotten. Das erste Ergebnis der Bestrebungen der Hellenisten war um 173 die Ernennung Jasons zum Hohenpriester. Jason begann sein Werk des Umsturzes damit, daß er mit Erlaubnis des Antiochus Gymnasien siir öffentliche Spiele errichtete und in der Umgebung des Tempels einen Platz für olympische Spiele einrichtete. Den Hellenisten jedoch war Jason nicht genug Griechenfreund, sie hielten ihn noch für einen jüdisch-nationalen Hohenpriester, der ihre maßlosen Bestrebungen wahrscheinlich einzudämmen suchte, weshalb sie auch Antiochus bewogen, an seine Stelle den „verläßlicheren" Menelaos zum Hohenpriester zu ernennen (um 171). In Menelaos fanden die Hellenisten ihren rechten Mann, der, um sich die Gunst des Antiochus zu sichern — das Judentum verriet. Die traurigsten Blätter der jüdischen Geschichte bilden jene Attentate, welche Antiochus unter Assistenz des Menelaos an der Religion der Juden verübte. Mit Waffengewalt wurden die Juden gezwungen, den Kultus der griechischen Religion auszuüben. Das erbitterte Volk war unfähig, sich zu rächen, Menelaos wachte mit dem in der Akra lagernden syrischen Heere über den eingeführten heidnischen Kultus. Nach zehnjähriger hohepriesterlichen Amtsführung — oder besser Vergewaltigung — wurde er hingerichtet. Nach Menelaos hatte wahrscheinlich Juda Makkabi das Amt des Hohepriesters verwaltet (Graetz II. p. 365), doch hatte er Wichtigeres auf dem Kampfplätze zu thun, welchen Umstand die Hellenisten benützteil, um zu erwirken, daß der Griechenfreund Alkimos mit der Würde des Hohepriesters bekleidet wurde. Alkimos gehörte nicht zu den Übereifrigen, wenigstens scheinbar, denn anfangs vertrauten ihm sämtliche Parteien, aber die geschichtlichen Quellen (angeführt bei Graetz III, p. 10 ff.) zeugen von Unzufriedenheit, weil auch Alkimos auf heidnischen Kultus zielende Anordnungen im Tempel getroffen habe. Nach seinem (159) erfolgten Tode blieb das Amt des Hohenpriesters sieben Jahre lang unbesetzt. Also in Händen solcher Hohenpriester lag beinahe fünfundzwanzig Jahre lang der Kultus des jerusalemischen Tempels, welcher Zeitraum ganz genügend war, eine Jnstitlltion einzubürgern, die, wenn sie auch ihrem Ursprünge nach völlig fremd waren, doch mit ihrem Ideengehalte und ihren äußeren 'Riten sich leicht dem Jdeenkreise und den Riten der Religion der Ahnen anschmiegen konnte.

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