Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1897)
- Date
- 1897-08-01
- Page
- Seite 178 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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178 aufgestellt war, aus Silber oder Kalkstein gewesen wären, leicht auf seinen ursprünglichen Wert reduziert werden. Gewiß waren sie aus dem Stoffe der „Plemochoe" nahestehenden Kalkstein und nur der Stolz auf die alte Herrlichkeit mochte sie aus Silber verfertigt wissen. Er besitzt wohl keine eklatante Beweiskraft, dennoch kann der Umstand nicht unerwähnt bleiben, daß die bei Gelegenheit des gegen den sadducäischen Hohenpriester gerichteten Volksaufstandes abgebrochene Altarecke mit einem Salzstücke repariert wurde und bis dies herbeigeschafft werden konnte, wurde gar kein Tamidopfer gebracht. Wir wissen, daß (nach Levit. II, 13) bei jeglichem Opfer Salz gebraucht wurde; war es aber in der Eile nicht möglich, die Altarecke anders zu reparieren, so war ja Salz jederzeit zur Hand, warum mußte aber dann an jenem Tage die Darbringung des wichtigen täglichen Opfers ausgesetzt werden? Doch ist nicht unmöglich, daß wie bei den eleusinischen Mysterien eine geheimnisvolle Lade gezeigt wurde, in welcher unter anderem auch Salz gewesen ist, auch in Jerusalem eine solche Lade zum Feste gehörte und es ist wahrscheinlich, daß man annahm, daß der Schaden, der infolge eines Festritus an der Altarecke verursacht wurde, auch nur mit einem zum Feste gehörigen heiligen Gegenstände repariert werden müßte. Darum mußte das tägliche Opfer ausgesetzt werden, bis die Rolle der mystischen Lade zn Ende war und ihr das Salz entnommen werden konnte. Freilich unterblieb nach der Tradition das Tamidopfer nur an einem Tage, aber die Tradition giebt auch nicht an, an welchem Tage des Wasserschöpfens der Volksaufruhr stattfand und so darf angenommen werden, daß dies am letzten Tage vorfiel. Nehmen wir jetzt noch in Betracht, wie herausfordernd sich die dienstthuenden Priester bei der Feier betragen, da sie erklären, die Vorfahren hätten sich abgewandt von Gott, welcher Ausspruch gerade aus dem Munde der Priester als Nachklang einer verblaßten Kunde vom heidnischen Ursprünge des Festes genoinmen werden darf; erwägen wir auch das Helle Fackellicht und die au die eleusinischen Orgien erinnernde ausschweifende Freude, welche eine deutliche Copie der eleusinischen Feier war und den Bericht der Tradition, wonach Simon b. Gamliel in seiner unbändigen Freude fortwährend die Erde küßte, aus welchem Thun die Verehrung Demeters hervorbricht und die am Schluß des Festes gesprochenen Abschiedsworte: „Der Herr segne dich aus Zion, daß du Jerusalems Heil sehen könntest dein Leben lang und könntest sehen deiner Kinder Kinder, Friede über Israel", was den Ideengehalt der eleusinischen Mysterien zum Ausdruck bringt: Wohlstand, Kindersegen und Gottesfrieden, wie auch, daß dieses Fest ausschließlich zur Nachtzeit gehalten wurde und daß von dem durch die Tradition bewahrten Namen des Festes „Freude des Hauses der Schöpferin" nicht mehr nachgewiesen werden kann, was er eigentlich bedeute und nur muthmaßend gesagt werden kann, daß er sich vielleicht auf die Töchter des Königs