Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1897)
- Date
- 1897-07-01
- Page
- Seite 160 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Wormtsschau. Abermals ist ans dem Cabinet der Kaiserin der jiidischen Gemeinde in Derlin eine Spende von 3000 Mark angewiesen worden, und zwar mit der Bestimmung, diese Summe für das Erziehungshaus in Pankow zu verwenden. — Am 4. Mai traten in Danfig Vertreter einer größeren Anzahl westpreusischer Synagogengemeinden zusammen und beschlossen einstimmig, einen Verband zn begründen. Es wurde auch bereits ein Statut angenommen und ein Ausschuß gewählt, unter dessen 12 Mitgliedern sich drei Danziger Herren befinden. Herr Stadtrat Gustav Davidsohn, Vorsitzender des Vorstandes der Danziger Synagogengemeinde und Delegirter des Deutsch-Israelitischen Gemeindeverbandes, wurde znm Vorsitzenden des Verbands-Ausschusses ernannt. — In Kalmar i. P. ist Herr Dr. T. Zolinski aus Breslau zum Rabbiner gewählt worden, und in Oppeln Herr Dr. Leo Baeck. — Am 9. Mai wurde der 70. Geburtstag des Predigers Herrn Dr. Julius Oppenheimer an der jüdischen Reformgemeinde in Berlin unter Beteiligung weiterer Kreise gefeiert. — Herr Geheimrat Schwabach hat dem Vorstande der jüdischen Reformgemeinde in Berlin den Betrag von 20 000 Mark als Schenkung zugehen lassen, in Anbetracht des Umstandes, daß fünfzig Jahre verflossen, seit er an dem Gottesdienste dieser Gemeinde, deren Mitglied er ist, teilgenommen. — Das 25jährige Jubiläum des Reichenheimschen Waisenhauses in Berlin wurde jüngst gefeiert. Herr Geh. San.-Rat Dr. Boas hielt im Namen des Kuratoriums der Anstalt eine Ansprache. Der Direktor Herr Dr. Jntrosinski, erstattete darauf einen Rechenschaftsbericht über das zurückgelegte Vierteljahrhundert. — Das Kuratorium der Zunzstiftung verlangt zum 1. Juli 1899 eine Geschichte der Juden in Babylonien und eine quellenmäßige Darstellung und systematische, das Prinzip der sittlichen Selbstthätigkeit berücksichtigende Untersuchung der Lehre des Judentums von der Versöhnung und deren Bedingungen. Für die besten Beantwortungen dieser Preisfragen wurden 2500, bez. 1000 Mk. ausgesetzt. — Der Almosenkasten der israelitische Gemeinde in Frankfurt a. M. hat im Jahre 1896 insgeiammt 87,413 Mk. ausgegeben. Dem standen an Einnahmen gegenüber: Spenden zur Verteilung 44,852 Mk., Mitgliederbeiträge 15,237, Mk., Zuschuß aus dem Zinsertrüguis 18,326 Mk.; der Rest von 8998 Mk. »nußte aus den zu Beginn des Jahres in den Händen der Pfleger gebliebenen Beträgen gedeckt werden. Unterstützt wurden aus obiger Summe 558 Familien und Alleinstehende. Dem Gg. Speyer'schen Extrareservefonds wurden von dem Stifter wieder 5000 Mk. hinzugefügt. — Herr D. E. Levinger in Main; bestimmte letztwillig auch 65,000 Mark zur Bildung eines Grundstocks für ein daselbst zn errichtendes jüdisches Hospital. — Bei der Beratung des Kultusetats im Abgeordnetenhause ist diesmal von nativualliberaler Seite ein Wort gefallen, das nicht verloren gehen soll. Während der Abgeordnete von Eynern, der derselben