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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-07-01 · Heft 7 (1.7.1897) · p. Seite 158

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 7 (1.7.1897)
Date
1897-07-01
Page
Seite 158 (sequence 14)
Language
German
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— 158 — „Was Hab' ich gesagt?" rief er dem Major entgegen, „Sie werden Glück haben, Gott hat es gewollt, Ihr Los hat gewonnen sechstausend Gulden!" Er brachte denn auch gleich die Beweise mit und als der letzte Zweifel geschwunden war, überreichte der überraschte Glückliche dem armen Juden eine Extra-Provision in Gestalt eines doppelten Friedrichsd'or. Aber der Major war ein ganzer Cavalier und that noch mehr. Als er den Gewinn behoben hatte, ließ er den armen Juden wieder zn sich kommen und schenkte ihm tausend Gulden, damit er einen größeren Handel beginnen könne. Der Jude nahm das Geschenk dankbar an und wurde in Folge desselben einer der reichsten Männer des Frankfurter Ghetto. Gin Stück ethischer Guttur. Einiges aus dem letzten Willen des Rabbi Elieser des Großen. Mein Sohn! Ehrfürchte Gott und sei ihm dankbar für jeden Atemzug, den du thust, für Leben und Gesundheit, Lebensgenuß und Lebensfreude, für den Sonnenstrahl, der dich erwärmt, den Schlaf, der dich erquickt, für jeden Regentropfen, der die Erde befeuchtet, für Donner und Blitz, die die Lüfte reinigen, für die Fähigkeit des Sprechens, Hörens und Denkens, für Körper- und Geisteskraft, Lust und Licht, für jeden gesunden Schlag deines Herzens, für jedes Gelingen deiner Unternehmungen, für seine Hilfe, seinen Schutz und Beistand, Liebe und Gnade, aber auch für Not und Mangel, Gram und Unglück, wenn sie dich treffen, für Mißlingen und Verluste, Krankheit, Unfall und Lebenstäuschung, denn er hat dich erschaffen, gebildet, in's Dasein gebracht, er hat dich wachsen und gedeihen lassen. Du bedarfft seiner bei jedem Schritt und Tritt und er bedarf deiner nicht. Mein Sohn! Habe kein Vertrauen in dich, deine Gesundheit und dein Vermögen, denn wie Viele sind des Nachts zu Bette gegangen und des Morgens mit den größten Schmerzen, oder arm, oder gar nicht erwacht. Achte sehr auf Körper-, Kleidungs- und Wohnungs-Reinlichkeit, sonst scheuet und hasset man dich. Grüße nicht den Menschen am Morgen, bevor du Gott angerufen und gepriesen hast. Halte nicht Gespräche in Lehrstuben und Gotteshaus, besser du horchest auf das Wort des Weisen und ist dieser auch jünger, niedriger gestellt oder ärmer als du es bist; gar oft findet sich ein Edelstein in einem Sandhaufen. Besuche den Kranken, du erleichterst dadurch seinen Schmerz. Tritt ein zu ihm mit einm fröhlichen und teilnehmenden Angesichte und verweile nicht zu lange bei ihm. Begleite den Toten zu seiner Grabesstätte. Gott belohnet Menschenliebe

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