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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-06-01 · Heft 6 (1.6.1897) · p. Seite 143

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (1.6.1897)
Date
1897-06-01
Page
Seite 143 (sequence 23)
Language
German
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Gebens in der Stadt Zuflucht gesucht, faßte Ullmann sich ein Herz und ging znni Bischof. Der Husar verjagte ihn, allein der Hausirer ließ sich nicht abweisen und er gelangte vor den Bischof, dem er das Schicksal der armen Juden so beweglich vortrug, daß Graf Radasdy das Niederlassungsverbot aufhob. Ullmann war der erst.' Jude, der sich in Waitzen ständig niederließ, Bis an sein Ende betrieb er sein Gewerbe. Meserale und Mitteilungen. Uber das betende Ich in den Psalmen von Dr. Felix Cobleuz. Von der theologischen Fakultät der Universität Berlin mit dem Königlichen Preise gekrönt. Frankfurt a. M., I. Kauffmann 1897. IV. u. 191 S. Die vorliegende Schrift behandelt die für das Verständnis dee Psalmen hochwichtige Frage, ob das in den einzelnen Liedern des Psalters auftretende betende Ich schon nach der Absicht des Dichters auf die personifizierte israelitische Gemeinde zu beziehen sei, oder ob die Psalmen ursprünglich rein individuelle Lieder waren, die erst später für den gottesgienstlichen Gebrauch nmgearbeitet und der betenden Gemeinde in den Mund gelegt wurden. Wir halten diese Frage schon um dessentwillen für überaus wichlig, weil ihre Beantwortung wesentlich ist für die Bestimmung der Zeit, in welcher die einzelnen Psalmen abgefaßt wurden. Gelingt es nämlich nachzuweisen, daß die Psalmen schon nach der Absicht der Dichter zum Gemeindegebrauch bestimmt waren, so ist damit zugleich der Nachweis geliefert, daß nicht allein der Psalter als Ganzes das Gesangbuch der nachexilischen Gemeinde war, sondern daß auch die einzelnen Lieder desselben erst exilischen und nachexilischen Ursprungs sind. Denn nur aus dieser Periode, in der das religiöse Gemeindebewußtsein, das Gefühl engster national-religiöser Zusammengehörigkeit in weit höherem Maße entwickelt war, als in der vorexilischen Zeit, lassen sich Gemeindegesänge von der Art der Psalmen erklären. Wir glauben sagen zu können, daß die Coblenz'sche Schrift die Frage in durchaus erschöpfender und überzeugenden Weise löst. Sie hält sich vor allem fern von den Übertreibungen Smends, der übrigens seine in der Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft, Jahrgang 1888, ausgesprochene Ansicht in seinem Lehrbuch der alttestamentlichen Religionsgeschichte selbst schon wZeutlich modifizi.rt hat. Das Coblenz'sche Buch zerfällt in drei Hauptabschnitte: die Einleitung, die Behandlung der Gemeindelieder und die Besprechung der Jndividnalpsalineu. In der Einleitung giebt Cobleuz zilnächst eine Geschichte der Deutung des betenden Jchs in den Psalmen. Dieselbe enthält einen in dieser Vollständigkeit noch nicht gebotenen Überblick über die geschichtliche Entwickelung der ganzen Frage von der Septuaginta bis in die neueste Zeit. Insbesondere sind neben den christlichen Erklärern auch die jüdischen Kommen-

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