Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1897)
- Date
- 1897-06-01
- Page
- Seite 144 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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144 tatoren des Mittelalters Raschi, Kiinchi, Aben-Esra erschöpfend herangezogen. Ebenso sind alle hervorragenden englischen, französischen und holländische Exegeten berücksichtigt. In denr zweiten Abschnitte der Einleitung betitelt: „Allgemeines", entwickelt C. die Grundsätze, nach denen er die Frage behandelt. Er weist auf bestimlnte Eigentümlichkeiten zahlreicher Psalmen hin, die eine individuelle Deutung geradezu ausschließen, so die furchtbaren Verwünschungen in Psalm 69 und 109, die Eintönigkeit der Klage über gottlose Feinde und boshafte Verfolger in vielen Liedern, die Erwähnnng des messianischen Weltgerichts in Psalm 7 und 9, die Anwendung der Personifikationstheorie in zahreichen anderen biblischen Büchern und insbesondere auch in dem Psalter Salomo und endlich auf den compilatorischen Charakter vieler Psalmen (Psalm 135 143 144 145 146), die refrainartige Wiederholung einzelner Psalinstellen u. s. w. Andererseits aber weist C. auch darauf hin, daß nichtsdestoweniger auch reine Jndividuallieder in dem Psalter enthalten sind, die nur eine persönliche Beziehung zulassen, so z. B. Psalm 39, 73 und 107. Die Coblenz'schen Ausführungeu gipfeln also in dem Satze, daß der Psalter zwar sehr viele Gemeidenesänge enthalte, aber daß auch zu Gemeindegesängen nmgewandelte Jndividuallieder in das Gesangbuch des zweiten Tempels aufgenommen wurden. Diese These wird nun in dem zweiten und dritten Teile der Coblenz'schen Arbeit an den einzelnen Psalmen eingehend erwiesen. Im zweiten Teile handelt es sich ausschließlich uin Gemeindelieder. Coblenz unterscheidet dabei Psalmen, in denen die personifizierte Gemeinde Israel im Gegensatz zu den Heiden spricht, ferner Lieder, in welchen die einzelnen Glieder der Gemeinde als Sprecher gedacht sind, dann Psalmen, in welchen die personifizierte Gemeinde der Frommen (das treue Israel im Gegensatz zu den Gottlosen) das Wort führt und endlich solche Lieder, in welche«« die einzelnen Glieder der Gemeinde der Frouunen als Sprecher gedacht sind. Der letzte Abschnitt des Coblenz'schen Briches enthält a««sschließlich Jndividualpsalmen. C. unterscheidet dabei zivischen Psalinen in welchen der Dichter selbst spricht, und solchen Gesängen, in denen andere Personen vom Dichter redend eingeführt werden. — Das ganze Coblenz'sche Buch zeugt von einer gründlichen Kenntnis der Quellen und der gesamten einschlägigen Litteratur. Die gewonnenen Ergebnisse sind überzeugend begründet und in einfacher klarer Sprache vorgetragen. Das Buch ist allen, die sich für die Frage interessieren, warm zu empfehlen. Inhalt: Die Eleusinischen Mysterien im jerusalemischen Tempel. — Hervorragende Pädagogen über Inden. — Jndenchristen in Böhmen und Mähren im vorigen Jahrhundert. — Der 23. Psalm. — Eine lappländische Bibel. — Der Bischof von Heiligenkreuz. — Die Spruche der Büter »nd ihre historischen Beziehungeir von Rabbiner Dr. Friedmann in Lublinitz. — Mahnruf. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. BeranNvortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner l)r. Adolf Brüll; in Kommission fiir den Buchhandel bei Franz Benjamin Aussarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.