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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-06-01 · Heft 6 (1.6.1897) · p. Seite 139

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (1.6.1897)
Date
1897-06-01
Page
Seite 139 (sequence 19)
Language
German
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139 in der Nähe des Brauhauses gelegen, das noch nicht ganz 50 Schritte von der ausgegrabenen Stelle entfernt sich befindet, angegeben. Nachdem noch die amtlichen Pfarr-Register ergeben hatten, daß an dieser Stelle ein christlicher Friedhof nie gelegen war, wandte sich der Herr Rabbiner an die städtische Polizeibehörde, die in anerkennenswerter Bereitwilligkeit an die Bauleitung den Befehl erließ, die Leichenreste in pietätvoller Weise zu sammeln und an einem abgelegenen, keinem Unbefugten zugänglichen Ort zu bewahren. — Man berichtet: Die „Achawa" in Frankfurt a. M. war nach ihrem jüngst erschienen Jahresberichte, im verflossenen Jahre nicht nur in der Lage, allen an sie gestellten Anforderungen zur Bestreitung außerordentlicher Unterstützungen in außergewöhnlichen dringenden Fällen ans dem hierfür gebildeten Reservefonds zu genügen, sondern konnte auch diesmal am Schlüsse des Jahres die Uuterstütznngsquote der jährlichen Pensionen etwas erhöhen. Soll aber diese nur allzugerechte Erhöhung weiter Bestand haben, so bedarf dieser Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Witwen und -Waisen in Rücksicht auf die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse größer gewordenen Bedürfnisse, umsomehr eine Steigerung der Einnahmen, als der Zinsertrag durch die Konvertirung der deutschen Staatspapiere in diesem Jahre eine erhebliche Einbuße erleiden wird. Die israelitischen Gemeinden verhalten sich, von einigen erfreulichen Gemeinden abgesehen, noch recht teilnahmslos gegenüber dem Vereine. Selbst der kleinsten Gemeinde, die gerade am wenigsten für ihre in Not geratenen Lehrer thun kann, ist hier die Mithilfe durch einen jährlichen Beitrag geboten; ebenso aber auch ist es selbst am kleinsten Orte möglich, einsichtige und wohlthätige Glaubensgenossen zu finden, die gern dem Vereine als Ehrenmitglieder beitreten und die auch bei freudigen und traurigen Gelegenheiten der Vereinskasse ihre Spenden zuwenden würden. Neu ausgenommen wurden 14 Mitglieder, so daß die Zahl der aktiven Mitglieder sich am 31. Dezember 1896 auf 363 belief. Die Zahl der Ehrenmitglieder hatte in diesem Jahre durch die Bemühungen einiger Herren, einen Zuwachs erhalten' sie beträgt jetzt 950. An Jahresunterstützungen wurden Mk. 14 220 verteilt. Das Vereinsvermögen beträgt jetzt nach Abzug der zur Verteilung kommenden Summe Mk. 316 023,66 gegen Mk. 212 059,65 im vorigen Jahre. — Die jüdische Gemeinde in Berlin kann in diesem Jahre den 200. Gedenktag der ersten hebräischen Presse feiern, die merkwürdigerweise nicht die Gründung eines Juden, sondern eines protestantischen Hofpredigers und Professors Daniel Ernst Jablonski war und 1697 unternommen wurde. Wahrscheinlich hätte ein Jude auch damals nicht die Konzession dazu erhalten. Der erste bekannte Druck, der Text der Psalmen, ist Mitte September 1797 erschienen, aber ohne Angabe der Offizin oder des Herausgebers. Der erste Faktor dieser Druckerei war Jehuda Löb Neumark, ein interessanter Mann, dessen Schutzbrief dahin lautete, daß er bereits zehn Jahre an verschiedenen Orten, wie Marburg, Hanau, Frankfurt a. M-,

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