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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-06-01 · Heft 6 (1.6.1897) · p. Seite 138

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (1.6.1897)
Date
1897-06-01
Page
Seite 138 (sequence 18)
Language
German
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138 Zöglinge ausgetreten. Der Herkunft nach verteilen sich die Zöglinge wie folgt: 3 sind ans Frankfurt a. M., 5 aus Hessen-Nassau, 1 aus Württemberg, 1 aus Westfalen, 1 aus der Nheinprovinz, 6 aus dem Großherzogtum Hessen, 8 aus Baden, 2 aus Bayern, l aus Westpreußeu, 1 ans Rußland. Zwei Zöglinge bilden sich auf dem Hoch'schen Konservatorium für Klavierunterricht, 1 Mädchen für Gesang aus, 1 ist Privatlchrerin, 2 besuchen die Elisabethenschule, 8 sind Komptoristiunen, I ist Verkäuferin, 3 sind in Konfektionsgeschäften thätig, 3 sind Putzmacherinnen, l ist Volotäriu im Kindergarten, 1 ist Lageristin, 1 ist noch in der Lehre. Fortgesetzt steigern sich die Gesuche an die Anstalt — leider nehmen jedoch die Beiträge und Bewilligungen ab. Namentlich wäre es wünschenswert, den Fonds für unvorhergesehene Fälle, welcher sich so überaus nützlich erwiesen hat, zu stärken und ihm Mittel zuzuführen. — I» Serlin starb Herr Justizrat Dr. Hermann Wakower ein durch hervorragende Eigenschaften des Geistes und Charakters gleich ausgezeichneter Mann, der durch Wort und Schrift, durch That und Beispiel ein Segen für weite Kreise geworden. Sein vorbildliches Wirken im Judentum und im Vaterlande sichern ihm ein ehrendes Andenken. — Am 23. April waren es hundert Jahre, daß in Breslau Salomon Messner geboren ward. Er war der erste deutsche Prediger im streng orthodoxen Sinne. — Es dürfte ungefähr ein Jahrzehnt sein, daß beim Abbruch eines Stückes der alten Stadtmauer in Schmeinfnrt ein vollständiger, gut erhaltener Grabstein ausgebrochen wurde, der jetzt an der Rückseite der Synagoge eingemauert ist. Da wurde vor einigen Wochen zwecks Aufführung eines größeren Neubaues ein älteres Gebäude abgebrochen, und bei den Erdarbeiten zuin Fnndamendt stieß man auf sehr zahlreiche Leichenreste. Da, wie schon erwähnt, das Bewußtsein der früheren Anwesenheit von Juden hier nicht ganz verloren gegangen ist, griff sofort die Vermutung Platz, daß man es mit einem alten jüdischen Friedhof zu thun habe. Diese Vermutung sollte alsbald durch direkte Berichte und durch Beobachtung mannigfacher Umstände vollauf bestätigt werden. Zunächst lagen sämtliche Skelette die trotz des hohen Alters, tvohl infolge des durch die Gebäude auf den Gräbern gewährten Schutzes vor Nässe re. sehr gut erhalten waren, mit dem Gesicht nach Osten. Weiterhin zeigte sich, daß öfters Leichen iit gehörigem Zwischenraum über einander beerdigt waren, eine von dem jüdischen Religiousgesetz gestattete und durch die Platzverlegenheit notwendig gewordene Modalität, die in anderen Kreisen, in denen Ausgraben erlaubt ist, sich tvohl kauin findet. Gleich in den ersten Tagen wurden auch Bullhörner zu Tage gefördert, die auf die Bestattung von „Bechorim" hinwiesen. Der oben erwähnte Leichenstein wurde seiner Zeit gerade in der Nähe des jetzt abgetragenen Gebäudes gefunden. Ein Forschen in den verschiedenen geschriebenen und gedruckten Stadtchronikeil bestätigte die nunmehr bereits sichere Annahme' mit unbedingter Gewißheit. In einer derselben wird der an der Stadtmauer gelegene jüdische Friedhof „das Judengürtlein" als

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