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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-06-01 · Heft 6 (1.6.1897) · p. Seite 137

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (1.6.1897)
Date
1897-06-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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*> **f VL ' .v«-^ ^v r^*p, '‘tti+ jp. .&.U-. '' - W*** V - "®3 — 137 — armer Kranker" der Anstalt 10000 Mark überwies. — Die soziale Weisheit des alten Testaments betitelt sich ein Aufsatz in der „Allgemeinen konservativen Monatsschrift für das christliche Deutschland" von Pastor Albrecht Romann. Er schließt mit den Worten: „Industrie und Kunstgewerbe stand höher als der Handel. Bezalel und Ahaliab, die Baumeister der Stiftshütte, galten als vom Geiste Gottes besonders erfüllt. Doch auch diese Thätigkeiten bilden nicht die eigentliche Grundlage des Staates. Die blieb der Ackerbau. Nicht die Geld-, sondern die Feldwirschaft war das Fundament, auf dem das Gebäude ruhte. So sehen mir: die Tendenz der mosaischen Gesetzgebung geht nicht auf ungemessene Berniehruug, sondern auf Erhaltung und Befestigung des Besitzes, suchte dem fieberhaften Erwerbssinn die Thnren zuznschließen, begünstigte ein stilles, befriedigtes» gesichertes und mäßiges Leben, suchte dem Versinken der Massen in Not zu steuern. Die vielgepriesene Gesetzgebung eines Lykurg und Solon halten, weder was Weisheit noch Humanität betrifft, einen Vergleich mit der mosaischen Gesetzgebung auch nur von ferne aus. Auch heutzutage können unsere Politiker nichts Besseres thun, als bei diesem Meisterwerke in die Schule zu gehen." — Die Senkenbergische naturforschende Gesellschaft in Frankfurt a. M. hat den Sömmeringspreis (Denkmünze und 600 Mark) dem Herrn Professor Gustav Horn in Breslau für seine Versuche über Amphibienlarven und daran knüpfenden physiologischen Forschungen znerkannt. — In Griih wurde Herr Dr. Silberberg, Direktor der Religionsschule zu Beuthen, zum Rabbiner gewählt. — Gegen die Wiedereinführung der konfesiionellen Eidesformel hat der „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" in Berlin in seiner jüngsten Versammlung Stellung genommen. Trotz aller Verwahrung der an dem diesbezüglichen Beschlüsse des Reichstages beteiligten Parteien, wurde erklärt, sei die antisemitische Tendenz des Antrages unverkennbar. Wohl hätten bis 1878 jüdische Richter den christlichen Eid abgenommen, ohne daß es je zu Konflikten gekommen wäre. Bei der Verschärfung der antisemitischen Strömung sei jedoch zu befürchten, daß die Wiedereinführung des konfessionellen Eides absichtlich zur Herbeiführung solcher Konflikte ausgenützt würde, um dadurch einen Vorwand zur Beschränkung der jüdischen Richter zu gewinnen. Der Vorstand wird mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dahin wirken, daß die Wiederaufnahme der konfessionellen Eidesformel in die neue Prozeßordnung unterbleibe. — In München fand am 21. März die Jnstallirnng einer Loge des B'ne Brith-Ordens statt: — Das Mädchenstift in Frankfurt a. M. versendet seinen neunzehnten und zwanzigsten Jahresbericht, für die Jahre 1895 und 1896. Die Begründerin des Mädchenstiftes Frau Charlotte Speyer, hat Anfangs des Jahres 1896 der Anstalt ein Kapital von 5000 Mark gewidmet. Die Widmung soll den Namen „Charlotte Speyer'- sche Stiftung für unvorhergesehene Fälle" führen. Die Zahl der Zöglinge betrug von Anfang 1895 bis Ende 1896 ununterbrochen 24. Im Jahre 1895 sind 8

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