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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-06-01 · Heft 6 (1.6.1897) · p. Seite 134

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (1.6.1897)
Date
1897-06-01
Page
Seite 134 (sequence 14)
Language
German
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- — 134 — zueigen macht, und daß hier der Wucher der Römer als ein frevlerischer gegeißelt wird, welcher seinen Überfluß auf fremdes Elend und fremde Verlegenheit gründete, oder auch der Wucher solcher Juden, welche den Römern nachahmten. Das echte Judentum, das auch nicht den ganz und gar getrennten Sonderbesitz, an welchen Niemand, auch nicht der Arme irgend welchen Anspruch hatte, billigt, vertritt vielmehr den Standpunkt der Opferwilligkeit, den Grundsatz: „Was mein ist dein, und was dein, ist dein," das Prinzip der praktischen Wohlthütigkeit, welche besonders nach der Zerstörung des zweiten Tempels als die neuen Versöhnungsmittel an Stelle der Opfer gepredigt wird (vgl. Abot d. R. N. IV). — 11. „Es gibt viererlei Gemütsarten: Leicht zu erzürnen und leicht zu besänftigen, dessen Nachteil wird durch den Vorteil aufgehoben; schwer zu erzürnen und schwer zu besänftigen, dessen Vorteil wird durch den Nachteil aufgehoben; schwer zu erzürnen und leicht zu besänftigen, ist ein Frommer; leicht zu erzürnen und schwer zu besänftigen, ist ein Frevler." — 12. „Viererlei Eigenschaften gibt es unter Schülern: Leicht fassen und leicht vergessen, — dessen Vorteil wird durch seinen Nachteil aufgehoben; schwer fassen und schwer vergessen, — dessen Vorteil wird durch den Nachteil augehoben: leicht fassen und schwer vergessen, — das ist ein gutes Loos; schwer fassen und leicht vergessen, — das ist ein schlechtes Loos." — 13. „Viererlei Arten giebt es bezüglich des Almosenspendens! Wer will, daß er, aber nicht Andere geben, der ist mißgünstig gegen Andere; daß Andere geben, er selbst aber nicht, der ist mißgünstig gegen seinen Besitz; daß er und Andere geben, der ist ein Frommer: daß er und Andere nicht geben, der ist ein Frevler." — 14. „Viererlei Arten gibt es unter den Besuchern des Lehrhauses: Wer es besucht, ohne (nach den i» demselben vorgetragenen Lehren) zu handeln, der hat den Lohn des Besuchs; wer (darnach) handelt (so. wenn er dieselben erfahren hat), ohne es zu besuchen, der hat den Lohn der Übung,; wer es besucht und übt, der ist ein Frommer; wer es nicht besticht und nicht übt, ist ein Frevler." 15. „Viererlei Arten gibt es unter den Studirenden: Schwamm, Trichter, Seiher und Schwinge. Ein Schwamm ist, wer alles in sich anfnimmt; ein Trichter, wer aufnimmt und wieder ausgibt; ein Seiher, wer den Wein ausgibt und die Hefe festhält; und eine Schwinge ist, wer das (grobe) Mehl ausgibt und das feine zurückbehält." — 16. „Jede Liebe, welche von Etwas abhängig ist, — sobald dieses Etwas schwindet, schwindet auch die Liebe, aber diejenige, welche von Nichts abhängig ist» schwindet nimmer. Welche ist eine Liebe, die von Etwas abhängig ist? Die Liebe des Amnon und der Thamar (2 Samuel 13, I3ff.); aber eine, welche von Nichts abhängig, ist die Liebe Davids und Jonathans (1. Sam. 23)." —

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