Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1897)
- Date
- 1897-06-01
- Page
- Seite 133 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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' “ ' ' - "• ' - . rf% 133 Gegner besonders N. Pinchas ben Jmr „erschwerend" lehrte, und es ist nicht leicht, zwischen beiden die rechte Wohl zu treffen. Indessen irren wir vielleicht nicht, wenn wir uns für die Zeit des R. Jehuda Hanassi entscheiden, in welcher man die Erleichterungen selbst auf dos Sobbatjahr erweitern wollte, während inon in jener Zeit nur solche, welche die Zeit vor dem Sabbatjahr betrafen, schaffte und einführte 9b. „In vier Zeitabschnitten nimmt die Pest überhand: im vierten, im siebenten, zu Ausgang des siebenten (des Sobbath-) Jahres und am Ausgang des Loubhüttenfestes in einem jeden Jahre. Im vierten (so. des siebenjährigen Cyklns), wenn der Armenzehnte des dritten Jahres (Dt. 14, 28) nicht dargebracht wurde; im siebenten, wenn der Armenzehnten des sechsten Jahres (Dt. 14, 29) nicht dorgebracht wurde; und zu Ausgang des Laubhüttenfestes in einem jeden Jahre, wenn den Armen die (ihnen zukommenden Ernte-) Gaben vorenthalten wurden (Lev. 19, 9. Dt. 24, 19)." — Eng an den vorhergehenden schließt sich dieser Spruch dem Sinne und der Tendenz nach an, und wie jener warnt er vor Übertretung der das Schaltjahr betreffenden Gebote und vor Vernachlässigung der Armen, indem man ihnen den Zehnten und die Nachlese voreuthält. Zweifellos gehört er demnach auch derselben Zeit an, und zwar der Zeit der R. Jehuda Hanassi, in welcher die Verhältnisse und Loge der Juden nicht günstig waren, und selbst „Rabbi" ebenso, wie sein Großvater Gamliel II nach der Zerstörung des zweiten Tempels und der Verarmung des Volkes, auf diesem Gebiete Erleichterungen schaffen wollte. ’ Und gegen diese wendet sich unser anonymer Spruch. 10. „Vier verschiedene Eigenschaften gibt es unter den Menschen. Wer sagt: Was mein, ist mein, nnd was dein, ist dein, der bezeichnet die mittelmäßige Eigenschaft; manche jedoch meinen, es sei dies die Eigenschaft Sedoms. — Was mein, ist dein, und was dein, ist mein, — (so spricht) das Landvolk der Pöbel.; Was niein, ist dein, und was dein, ist dein — (so spricht) ein Frommer. Was dein, ist mein, und was mein, ist mein, — (so spricht) der Frevler".— : Diese beiden Anschauungen und Lebensprinzipien, gegen welche sich dieser Spruch vorzüglich wendet, sind die des Kommunismus und vermutlich des Wuchers. i Unter den Anhängern des Kommunismus, welche als Am-Haarez bezeichnet werden, sind hier wohl die Essäer zu verstehen, von deren Orden Josephus berichtet, daß alle seine Mitglieder nur ein gemeinsames Vermögen besaßen, daß unter ihnen weder Niedrigkeit der Armut noch Übermaß des Reichtums herrschte,! daß volle Gleichheit des Besitzes Grundsatz war. — Noch weit mehr als diesen Grundsatz: „Was mein, ist dein, und was dein, ist mein" — verurteilt das echte Judentum den Grundsatz: „Was dein, ist mein und was mein ist mein". Doch wessen Standpunkt ist dieser? Es will uns scheinen, daß damit der Wucher gezeichnet ist, welcher in unrechtmäßiger Weise das Vermögen des Andern sich