Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1897)
- Date
- 1897-06-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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130 notwendigen Kentnisse, andererseits ist das Lappländische eine arme Sprache, die nicht geeignet ist abstrakte Begriffe auszudrücken. Mit unglaublichem Fleiße, von einer nicht gewöhnlichen Befähigung unterstützt, machte sich Lars an die Arbeit. Endlich nach langer Zeit war diese schwierige Arbeit beendet. Diese Übersetzung der Bibel wurde gedruckt und unter den Lappländern verteilt. Ihr Urheber wurde begnadigt und erlangte seine Freiheit wieder. Seine Arbeit wurde bekannt. Sein Leben verdiente er auf die ehrlichste Weise als Fremdenführer. Er starb, in allgemeiner Achtung stehend, in den Siebenziger Jahren. Der Wfchos von KeMgenkreuz. War das ein Aufsehen, als vor ein paar Jahren die Kunde durch die Welt flog, eines der ältesten und reichsten Erzbistümer der Welt, das von Olmiitz, sei einem veritablen „Kohn" zugefallen! So was wäre wirklich noch nicht dagewesen. meinte man allenthalben, und die überraschte Welt meinte ohneweiteres: dem guten, alten Ben Akiba sei diesmal ein Schnippchen geschlagen worden, von dem er sich nicht sobald erholen würde! Und doch hat Uriel Acosta's weiser Mahner vollkommen Recht. S. H. Sonnenschein erzählt nämlich in der Deborah: Ich habe ihn persönlich gekannt (nicht den Ben Akiba, dazu bin ich nicht alt genug), aber den Mann, welcher von unmittelbarer jüdischer Herkunft gewesen und der, was die Hauptsache, mit unverhüllten jüdischen Sympathien, vom Jahre 1851 bis zum Jahre 1874 auf dem Bischofsitz von „Heiligenkreuz" der uralten obernngarischen Sohler Diöcese thronte. Und „Moyses" hieß er, ein Name, der heute noch zu den verbreitetsten und geachtetsten unter den jüdischen Familien in Croatieu zählt. Bischof Moyses war ein Manu, zum Kirchenfürsten wie geschaffen. Eine Cavaliergestalt von Kraft und Adel, eine imposante geistige Persönlichkeit, voll gewinnender Suada und vielseitiger Gelehrsamkeit. Zur Zeit des Ausbruches der ungarischen Revolution war der dreißgjährige Priester bereits der populärste Professor an« erzbischöflichen Seminar zu Agram, und als Ban Jelaeic die dynastische Fahne gegen die entfesselte Freiheitsströmung der edlen Magyaren ins Feld führte, schloß sich der für die croatischen Sonderinteressen begeisterte Moyses als redegewaltiger Bolksführer den Gränzer-Schaaren an. Die siegreiche Dynastie vergaß ihren Getreuen nicht, und nach dem völligen Niederbruch der Revolution empfing Moyses als Lohn für seine Loyalität das slovakische Sohler Bistum. In den Comitaten Bars und Sohl, welche den Hauptteil und die reichsten Pfründen seiner Diöcese bildeten, durften vormärzlich Juden nicht wohnen. Der