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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-06-01 · Heft 6 (1.6.1897) · p. Seite 125

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (1.6.1897)
Date
1897-06-01
Page
Seite 125 (sequence 5)
Language
German
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— 125 — einer zum andern: „Der Herr segne dich aus Zion, daß du Jerusalems Glück sehen könntest dein Leben lang, daß du sehen könntest deiner Kinder Kinder, Friede über Israel." Eine fernere Überlieferung bewahrte aus dem Kreise der Priester die Klage des R. Josua ben Chananjah, nämlich, daß sie sich während des ganzen Laubhüttenfestes wegen des Wasserschöpffreudenfestes nicht ausschlafen konnten, denn am Tage mußten sie den vorgeschriebenen Dienst versehen, ihre Nächte aber nahm das Wasserschöpffest in Anspruch. Von Hillel erzählt die Überlieferung, daß er anläßlich des Festes also sprach: „Wenn ich hier bin, sind Alle da, bin ich aber nicht hier, wer ist denn da?" Ferner: „An den Ort, den ich liebe, tragen mich meine Füße; kommst du in mein Haus, so gehe ich auch in das deine; kommst du nicht in mein HauZ, so gehe ich auch nicht in das deine; denn es steht geschrieben: Überall, da ich meinen Namen nennen lasse, komme ich zu dir und segne dich." Endlich erzählt noch die Überlieferung von R. Simon ben Gamliel, dem Enkel Hillels, der noch zur Zeit des Tempels lebte, daß er gelegentlich des Freudenfestes acht Fackeln in die Hand nahm, welche er sehr geschickt wie Ballen in die Höhe warf und fing, ohne daß auch nur Eine zur Erde gefallen wäre, während er sich bückte und auf die zwei Daumen gestützt die Pflastersteine des Hofes küßte. Diese Mitteilungen erschöpfen den ganzen Stoff, den die Überlieferung vom Verlauf des Festes bewahrte. Dieser Stoff ist zu gering, um uns einen klaren Begriff vom Feste zu verschaffen, aber vollkomnien genügend zur Erregung einer endlosen Reihe von Zweifeln und Vermutungen. (Fortsetzung folgt.) Hervorragende Pädagogen über Anden. I. Pestalozzi. In einem aus Stanz am 7. April 1799 datierten Brief Pestalozzis heißt es: „Mit allen Kräften meines Geistes und meines Herzens arbeite ich seit zwei Jahren dahin in allen elternlosen Kindern eine sittliche Gemütsstimmung zu erwecken und zu beleben. Ich suche die Kinder bei der ersten Entwickelung ihrer Kräfte zu Geschwistern zu machen und mein Hans in den einfachen Geist einer großen Haushaltung zusammenzuschmelzen! Hierbei bringe ich es fertig über die Verschiedenheit der Religion still zu sein. Ich will den wenigen jüdischen Knaben, den herzlichen armen Waisen, für den Glauben ihrer Eltern Liebe ein«

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