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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-06-01 · Heft 6 (1.6.1897) · p. Seite 124

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 6 (1.6.1897)
Date
1897-06-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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124 stellt, auf jede Säule waren je vier goldene Schalen befestigt; zu jeder führte eine Leiter, auf welchen vier Jünglinge aus dem Priesterstande mit je vier das Öl enthaltenden Krügen in der Hand emporstiegen, die Schalen füllten und das Öl mit einem Docht der aus Fetzen zerschlissener Priesterkleider gedreht ward, entzündeten. Helles Licht entstand hierauf; sämtliche Höfe Jerusalems wurden so sehr vom Glanz erfüllt, daß man mit der Hand den Waizen vom Unkraut reinigen konnte. Nun kamen die frommen und durch gute Werke hervorragenden Männer mit brennenden Fackeln in der Hand, singend und Lobsprüche melodisch recitirend und tanzten vor den leuchtenden Säulen. Die Frommen sprachen: „Heil unserer Jugend, weil wir im Alter uns nicht schämen müssen." Die Bekehrten sprachen: „Heil unserem Alter, es versöhnt unsere Jugend." Alle sagten: „Selig, wer nie gesündigt, und wer gesündigt, der komme, er bekehre sich und es wird ihm vergeben?' Die Leviten standen mit Zithern, Harfen, Zimbeln, Posaunen und anderen Instrumenten auf den fünfzehn Stufen, die aus dem Hof des Volkes in den Hos der Frauen führten, und sangen. Einige sagten: „Lobet den Herrn, Wir Diener des Herrn, die ihr steht im Teinpel des Herrn in der Nacht"; (Ps. 134, 1) andere wieder sagten: „Erhebet eure Hände zum Heiligtum und lobet den Herrn" (ib. 2.) Auf der obersten Stufe standen zwei Priester, jeder mit einer Posaune in der Hand. Beim Hahnenschrei stießen sie dreimal in die Posaune, den Beginn des Wasserschöpfens ankündigend. Hernach kamen sie auf die zehnte Stufe und bliesen auch hier dreimal die Posaune, worauf sie in den Hof stiegen und nach wiederholtem dreimaligem Blasen zogen sie unter fortwährendem Posaunenspiel zum Ostthor, wo sie sich umwandten und sprachen: „Unsere Väter, die hier waren, wandten dem Tempel den Rücken und ostwärts gewendet das Angesicht verneigten sie sich vor der Sonne, was aber uns betrifft, wir sind Sein, unsere Augen schauen auf Ihn und auf Seinen Tempel." Jetzt setzt sich der Zug in Bewegung zur Quelle Silvah. Hier schöpfte man Wasser in goldenem Gefäße und kehrte zurück. Der dienstthuende Priester trat mit diesem Gefäße an den Altar, wo zwei Gefäße aus Silber oder Gyps standen, das eine gegen Osten für den Wein, das andere aber gegen Westen zur Aufnahme des Wassers. In jedes goß er 'von der entsprechenden Flüssigkeit und unter Gesang und Saitenspiel vollzog er das Gießopfer. Mit hocherhobener Hand mußte er die Flüssigkeit ausgießen, daß jedermann den regelrechten Vollzug des Opferns sehen könne. Denn es geschah, daß ein saducäischer Hohepriester, der nicht so streng auf die Heiligkeit dieses Opfers hielt, das Wasser zu seinen Füßen ausgoß; darum auch das Volk den vor dem Altar stehenden Priester so sehr mit Cederäpfeln bewarf, daß selbst eine Ecke des Altars abbrach, welcher Mangel mit Salzstücken verstopft werden mußte, infolge dessen am selben Tage das Tamidopfer nicht dargebracht werden konnte, bis der Altar wieder mit Salz hergestellt worden war. (Tosifta Sukka Hl, l(i.) Als sie endlich auseinandergingen, sprach

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