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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-05-01 · Heft 5 (1.5.1897) · p. Seite 115

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 5 (1.5.1897)
Date
1897-05-01
Page
Seite 115 (sequence 19)
Language
German
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115 thnnng darüber ausdrückte, das jetzt auch wieder Hebräisch in die Kurse des College aufgeuvinnleu sei. — Das älteste Bergwerk der Welt befindet sich nach den Forschungen des französische,: Gelehrten de Morgan in Asien, und zwar auf der Halbinsel Sinai. Nach den Angaben des genannten Forschers befinden sich im Sinaigebirge Kupferbergwerke, die noch vor 3000 Jahren in Betrieb gewesen sind, nachdemsie etwa vier Jahrtausende lang ansgebeutet worden waren. Ihre Abteufung fällt nngefähr in das sechste Jahrtausend vor Christi Geburt, weshalb diese Kupferminen mit Recht als das älteste Bergwerk der Welt anzusehen sin'. Nach den von de Morgan mitgebrachten Erzprvben konnte festgestellt werden, daß die Hüttenvorgänge behufs Metallgewinnung zu jener Zeit den heutigen ganz gleiche waren und daß ferner der Kupfergehalt der Sinai-Erze sehr gering war. — Unter den zwanzig Synagogen, welche sich in Kagdad befinden, hat die „Sheik Jsaac-Synagoge" eine interessante Geschichte. Als Harun al Raschid eine Gesandtschaft mit kostbaren Geschenken an Karl den Großen sandte, revanchierte sich dieser, indem er von Aachen einen jüdischen Kaufmann mit ebenfalls sehr wertvollen Geschenken zum Khalifen schickte. Als Jsaac, so hieß der jüdische Kaufmann, ans seiner Reise nach Bagdad kam, gedachte er seiner Glaubensgenossen und errichtete die Synagoge, die heute noch nach seinem Namen benannt ist. Am Fuße des Berges Mithridates ist eine Synagoge zu sehen, welche dreizehnhundert Jahre alt ist. Dieselbe soll jetzt vergrößert werden, weil sie nur für fünfzig Andächtige Raum hat, während silon soviel Familien in dem Dörflein leben. Die Synagoge, welche von den Tartaren fast ganz zerstört worden war, wurde im Jahre 1788 von Katherina wieder anfgebaut. — Das arabische Blatt „Nnbaschir" schreibt: Seit Jahren schon ist der Berg Sinai nicht so von neugierigen Touristen umschwärmt worden, wie jetzt. Die egyptische Regierung hat nämlich, um die jetzt in Indien wütende Bubonenpest von ihrem Lande fern zu halten, in der Station Tor am Roten Meere, die in der Nähe des Berges Sinai liegt, eine Quarantaine errichtet, in der nun die aus einer indischen Hafenstadt kommenden und nach Egypten gehenden Reisenden eine mehrtägige Rast halten müssen, um hier ihren Gesundheitszustand untersuchen und die nötigen Räucherungen über sich ergehen zu lassen. Viele dieser Reisenden benützten die unfreiwillige Muße, die ihnen so auferlegt wurde, zu einem Ausfluge nach dem Berge Sinai, einem Berge, der in der Geschichte der Menschheit eine große Rolle spielt, und der daher auch nach Tausenden und Tausenden von Jahren die Blicke der Menschen auf sich lenken wird. Die Straßen, die von Tor zu dem Berge führen, sind jetzt ziemlich sicher, besonders für Jene, die nicht einzeln, sondern in Gesellschaft und Begleitung kommen.

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