Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1897)
- Date
- 1897-05-01
- Page
- Seite 113 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— i“- - r." r. " «* : —' 113 — Belgien Goldschmidt, wurde sammt seiner Frau und fünf Kinder vergiftet auf* gefunden. — Das »eugeschaffene Rabbinat Clermont-Ferraud ist Herrn Jonas Weil übertragen worden, der in den Sommermonaten auch in Vichy zu fungieren hat. — Die Societe des Etudes Juives hielt ihre Jahresversammlung unter dem Präsidium Salomo» Aeinachs ab. Die Gesellschaft wurde jetzt vom Staate als eine Institution öffentlicher Gemeinnützigkeit anerkannt, eine Anerkennung, die sie durch drei Jahre erstrebte. Von nun an steht die Gesellschaft unter dem Schutze des Gesetzes und kann nur mit der Zustimmung der Regierung aufgelöst werden. — Der Direktor der Pariser Sternwarte, Mr. Löivy, ist zum Präsidenten der Meridianmessungskommission für das Jahr 1897 ernannt worden. — In Italien bekleiden folgende Juden die höchsten Chargen in der Armee: General Gttolenghi, Kommandant von Turin, der die militärische Erziehung des Kronprinzen geleitet hat, die Obersten Segre, de Deneditti, Direktor der Artillerie, Lattes, Sangninetti im Kriegsministerium, die Oberstlieutenants Iona, Donato und Artom, Flügeladjutant des Königs. — Über die Rabbiner - Seminarien in Italien klagt ein orthodoxes Blatt weil in denselben mit entblößtem Haupte studiert wird. Die Rabbinerdiplome giebt man den jungen Leuten, die während ihrer Studienzeit am Sabbath geschrieben haben. Das Ärgste aber ist, daß viele Rabbiner ihren eigenen Kindern gestatten, am Sabbath in den Volks- und Bürgerschulen zu schreiben wobei sie als Entschuldigung anführen: »Die Befehle der Regierung sind religiöses Gebot". — Herr H. Pollal«, der Präsident des Vereines auswärtiger Journalisten in London ist zum dritten Male in den Verwaltungsrat des Institutes der Journalisten gewählt worden. Herr Pollak repräsentierte das Institut bei den internationalen Preßkongressen in Antwerpen. Bordeaux und Budapest. — Die englischen Blätter verkündigen in ihren Berichten aus Indien das Lob des Dr. Waldemar Haffkine in vollen Tönen. Seine Methode, eine weitere Ausbreitung der Pest zu verhindern, habe sich, so heißt es, dort glänzend bewährt. Die „Times" sagt ausdrücklich: „Die Namen von Professor Koch in Berlin und Dr. Waldemar Wolfs Haffkine werden unvergeßlich bleiben in der Geschichte der indischen Medizin." Wie eine Ironie der Geschichte liest sich nun gegenüber diesen Lobsprüchen die Biographie dieses Mannes. Er ist nämlich ein geborener Südrusse und hat die Universität in Odessa besucht. Als Jude war ihm jede akademische Karriere in seinem lieben Vaterlande verschlossen, und so ging er 1888 als Professor nach Genf. Schon ein Jahr darauf wurde er als Assistent von Pasteur nach Paris berufen. Wenn nun Rußland heute von dem entsetzlichen Würgengel der Pest in seinen asiatischen Ländern befreit bleibt, so hat es dies im Wesentlichen mit den Forschungen und Arbeiten des Dr. Waldemar Mordechai Haffkine zu verdanken, der deshalb lein Vaterland verlassen mußte, weil er dort keine Stelle finden konnte. — Der „Petersburkaja Wjedemosti" zufolge wird laut eines in den vierziger Jahren erlassenen Gesetzes, welches den Huden den Aufenthalt in Sibirien bedingungslos