Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1897)
- Date
- 1897-05-01
- Page
- Seite 112 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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112 Religion geben, von denen die einen mehr, die andern weniger gläubig sein werden. — In Floridsdorf wurde Herr Dr. Kofenmaim aus Bisenz zum Rabbiner gewählt. — Dr. Philipp Goldberger vom jüdisch-theologischen Seminar zu Breslau ist zum Rabbiner in Marienbad gewählt worden. — Der Juwelier Wolf Löb Haag in Budapest wurde in seinem Laden durch einen Axthieb ermordet. Der Mörder raubte 70 Ringe und mehrere Uhren. — Der Statutenentwnrf für die Josefine von Königswarter'sche Kinderspitalstiftung ist genehmigt worden. Nach diesem Statute soll das Kuratorium dieser Stiftung seinen Sitz im Rathanse haben, und als ordentliche Mitglieder sollen demselben angehören: der jeweilige Bürgermeister der Stadt Wien als Obmann, der Magistratsdirektor, der städtische Armenreferent, je zwei Mitglieder des Gemeinderates und der israelitischen Knltusgemeinde und ein Mitglied des evangelischen Oberkirchenrates.. Das gegenwärtige Widmungskapital beziffert sich auf 374 201 fl. 56 kr. Das Kinderspital soll in einem Bezirke Wiens aufgeführt werden, in welchem sich gegenwärtig kein solches befindet. — In Drößnitz starb am 22. Februar unser allerverehrter Freund Herr Rabbiner Dr. Emil Hof im Alter von 58 Jahren, der durch seine Thätigkeit als Geistlicher und Schriftsteller in den weitesten Kreisen ehrenvoll bekannt geworden. An seinem Sarge sprachen neben dem Sohne Herr Rabb. cand. Dr. Josef Hof, die Herren Dr. Tauber, Dr. Wolfsohn, Rabbiner Eisler und im Namen der Gemeinde Herr Dr. Gustav Zweig. — Man berichtet uns: Sowohl die Kaiser!. Akademie der Wissenschaften in Wien als auch die König!. Ungar. Akademie der Wissenschaften in Budapest haben, das auch in den gesch. Monatsblättern gewürdigte Millenniumswerk des Professor Dr. S. Uascher „Auswahl von Gedichten Reviczky's" (Budapest, R. Lampel, Leipzig, Bruno Witt) mit auszeichnendstem Danke ausgenommen und den Bibliotheken der Akademie eingereiht. — Herr Dr. David Ueumark, absolvirter Hörer der Berliner Hochschule, wurde einstimmig zum Rabbiner und Prediger in Kakonitz gewählt. — Ein eigentümlicher Religionswechsel bildete in Temesvardas Tagesgespräch. Der in der dortigen Taubstummen-Anstalt ansgebildete Tischlergeselle Karl Warimtsuk trat vom katholischen zum jüdischen Glauben über, -• angeblich, um ein jüd., ebenfalls taubstummes Mädchen, das er in der Anstalt kennen gelernt, zn heiraten. — Dem Advokaten königl. Rat Josef Hivös in Budapest wurde der ungarische Adel mit dem Prädikate „de-Botha" verliehen. — In einem Aufsatze „Das Wiener Rabbinat — ein Konsistorium" schreibt Herr G. Hettelhrim in Wien am Schlnsse: Nicht gar ferne ist vielleicht der Tag, wo Vertreter aller Konsistorien in unserer Vaterstadt zusammentreten, um den Schutt der Jahrhunderte hinwegzuräumen, unter welchem der herrliche Ban unseres Judentums zu vermodern droht. — In Frankreich wird bekanntlich auch der jüdische Kultus vom Staate subventioniert. So hat auch diesmal die Deputiertenkammer 126530 Fr. für Kultuseinrichtnngen und 22000 Fr. für beu Bau von Synagogen mit großer Majorität bewilligt. — Der Synagogendiener der Stadt Arlon in