Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1897)
- Date
- 1897-05-01
- Page
- Seite 105 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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fest gefeiert; während der Opferzeremonie wurden einige der Lagerzelte mit Blut gezeichnet, ob alle, konnte der Beschauer nicht wahrnehmen, ebensowenig ob an jeder Seite und ob über den Eingängen. Sie sind sehr vorsichtig, daß kein Knochen zerbrochen wird und erklären das Wegnehmen des Schulterstückes als nur „fortgeschafft". Während die Einen sich an der Diskussion beteiligten, beschäftigten sich die Anderen mit Verbrennen der Eingeweide und der dem Priester gehörenden Stücke, alle diese Vorrichtungen mit Gesang begleitend. Der letzte Akt der Zeremonie begann etwas nach 11 Uhr, nachdem sich die ganze Gesellschaft wieder um den Ofen versammelt hatte. Nach einem Gebete wurde das Gitter entfernt und die gerösteten Fleischstücke herausgehoben. Vieles war verkohlt, ein Spieß verbrannt und ein Mann daher in die Grube hinuntergelassen, um die Teile znsammenzusuchen; schnell wurde dann das Fleisch in bereit gestellten Körben verpackt und zum Festplatz getragen. Nach einem langen, lauten Dankgebet machte sich jede der verschiedenen Gruppen über ihr Lamm her, indem sie das Fleisch mit den Fingern von den Knochen abstreiften und solches mit bitteren Kräutern und ungesäuertem Brode verzehrten. Wein wurde nicht dazu getrunken, indem hiervon bei den im zweiten Buche Moses befindlichen Passavorschriften Nichts erwähnt ist. Der eigentliche Festakt währte nicht lange; hier und da sah man Knaben, welche mit großer Vorsicht ihren Müttern in deren Zelt Speise brachten, nur einige hielten Stöcke in der Hand, aber alle hatten die Lenden umgürtet. Den Fremden gegenüber waren sie von einer peinlichen Genauigkeit, daß dieselben nichts berührten. Als die Mahlzeit vorüber war, wurden alle Überreste in die Grube geworfen und verbrannt, und wenige Minuten vor Mitternacht war die Zeremonie zu Ende. __ Professor Daniel Sanders. In Strelitz starb am 11. März Professor Daniel Sanders, der Altmeister der deutschen Sprachforschung im 78. Lebensjahre. In Vorahnung seines nahen Todes hat er noch im Märzheft der von ihm begründeten „Zeitschrift für deutsche Sprache" ein Abschiedswort an die Leser gerichtet, in dem er mitteilte, daß er sich infolge seines hohen Alters entschlossen habe, die Leitung dieser Zeitschrift niederzulegen, daß aber nach einer Pause von drei Monaten die Zeitschrift vom 1. Juli an unter der Leitung eines jüngeren Gelehrten weiter erscheinen werde. Sanders war am 12. November 1819 zu Altstrelitz geboren, studierte in Berlin und Halle Philologie und wurde 1843 zur Leitung der Schule in seine Vaterstadt berufen. Seit 1852 lebte er als Privatmann seinen litterarischen Arbeiten. Angeregt durch das Erscheinen des ..Deutschen Wörterbuchs" der Brüder Grimm,