Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1897)
- Date
- 1897-05-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 103 verändert in ihrem Aussehen, je nach dem Klima ihres Landes; es giebt daher immer einen Ort ans der Erde, wo es Tag ist, wenn anderswo Nacht herrscht; hier ist es hell und dort dunkel. Es giebt auch Orte, wo es stets Tag und nur kurze Zeit Nacht ist." Die Pflege der Wissenschaft, so schloß der Redner seine interessanten Ausführungen, bilde ein festes, unzerreißbares Band, welches die Menschen einigt, mögen sie durch die Verschiedenheit des Glaubens und der Abstammung getrennt sein. „Die Juden haben von jeher an den Fortschritten der Kultur und der Wissenschaften redlich mitgearbeitet und die höchsten geistigen Interessen gefördert. Möge es auch in Zukunft so bleiben; mögen sie sich über das widrige und niedrige Treiben ihrer Gegner und Verleumder erheben durch die Liebe zur Wissenschaft, durch das ihnen angeborene Streben nach geistiger Erleuchtung und Aufklärung." H'eßachfest bei den Samaritanern. Der Gottesdienst nimmt ungefähr eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang seinen Anfang. Auf einem Hügel befindet sich eine kleine, durch Steine eingehegte Umfriedigung, innerhalb welcher das Opfer gegessen wird, in der Nähe ein langer, nicht sehr tiefer Graben, worin Feuer brennt und darüber zwei mit Wasser gefüllte Kessel; hier ist der Platz, wo das Schlachten der Lämmer vor sich geht- Etwas höher hinauf befindet sich eine zweite 8—l0 Fuß tiefe, runde Grube, ebenfalls mit Holzfener gefüllt, worin die Fleischteile, nachdem sie gehörig gereinigt und vorbereitet sind, gebraten werden sollen. Der Hohepriester, als das anerkannte Oberhaupt der Gemeinde, ist in einen grünen Mantel gekleidet, der durch einen reichverzierten Gürtel zusammengehalten wird, mit einem türkischen Orden dekoriert und macht einen vorzüglichen ■ Eindruck; sein Gesicht nach Westen gewandt, um — die Zeit mit Singen ausfüllend — den Sonnenuntergang abzuwarten. Die übrigen Männer sind i sämmtliche in weiße, durch lose hängende leinene Träger gehaltene Mäntel gekleidet, : mit Tunica, Gürtel und Turban. Bei Allen jedoch sind die ebenerwähnten z Kleidungsstücke nur über darunter befindliche gezogene, wegen der rauhen und j kalten Witterung. j Die sieben Lämmer — prächtige Tiere von reiner Syrischer Race — | eines für jede Familie, warteten inzwischen der Dinge die da kommen sollten. i Der Gottesdienst begann mit einem immer lebhafter werdenden Gesang und fort- | währendem Niederwerfen, und nachdem der Höhepunkt erreicht, liefen sämmtliche | Anwesende — mit Ausnahme des Hohenpriesters — der erwähnten tieferen j Grube zu, die Lämmer wurden zusammengeholt und jedes von einem Schächter " J gehalten, da bei Ihnen das eigentliche Schlachten von geübten Leuten zu geschehen J