Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1897)
- Date
- 1897-04-01
- Page
- Seite 95 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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*r « - - - - ' - » ' . ^-* '■ »'"-Hh;; ”y*^.^»....,.x — 95 — Weater, Wustk und bildende Kunst. In Berlin starb Herr Dr. Eduard Jarobson. Derselbe schuf über hundert Possen in den vierzig Jahren seiner bühnenschriftstellerischen Thätigkeit, znm Teil in Gemeinschaft mit anderen. Die meisten seiner heiteren Werke hatten sich großer Erfolge zu erfreuen. Zu seinen beliebtesten Stücken gehörten „Singvögelchen", „500 000 Teufel", „Der Postillon von Müncheberg", „Die Galoschen des Glücks", „Das Mädel ohne Geld" „Die Lachtaube",. „Der jüngste Lieutenant", „Der Mann im Monde" u. a. — In Bremen (Edition Präger u. Meier) sind von dem bekannten Hamburger Cantor Herrn M. Kenle, „Sechs hebräische Gesänge von Lord Byron, nach jüdischen Melodien für l Singstimme und Pianofortebegleitung" herausgegeben worden. Die vorliegenden Stücke sind nach bekannten Synagogenliedern geschickt bearbeitet von denen besonders die Melodien des Kol-Nidre, der Akdomes und des Echa mit geringen Abweichungen beibehalten wurden. Herr Prof. Ignatz Brüll äußert sich in einem Briefe an den Herrn Componisten folgendermaßen: „Hochgeehrter Herr! Ich danke Ihnen für die freundliche Zusendung Ihrer „hebräischen Gesänge". Es ist zu verwundern, wie vortrefflich Sie den Texten die altjüdischen Weisen aupassen. Die Gesänge machen ganz den Eindruck von Original-Compositioneu, so sehr decken sich Text und-Musik, und zwar von herrlichen Original-Compositionen. Wie tief und schön sind diese Weisen! Ihre Begleitung stets charakteristisch, interessant, die Melodie hebend und sie nie überwuchernd. Merkwürdig ist die Verwandtschaft einiger Melodien — dem Charakter nach — mit deutschen und schottischen Volksliedern. So könnte man Nr. 5 (das sich so schön zum Canon formt) für ein schottisches, Nr. 3 für ein (sehr schönes) deutsches Volkslied halten. Ist das eine Folge Ihrer Bearbeitung? Am spezifisch-jüdischesten erscheinen mir die herrlichen Gesänge 1 und 4. Mir war von Melodien nur der Anfang von Nr. 1 — die wunderbare Kol-Nidre-Weise — bekannt, alles andere neu — so alt es auch ist. Ich bin Ihnen daher für Ihre Publikation sehr verbunden und tvttnsche ihr weiteste Verbreitung." — Am 8. Februar schloß Anton Sisternianns seinen Liederabend in Franlfurt a. M-, in dem er sich als bedeutender Schubertsänger wie immer bewährte mit dem Vorträge der neuesten Brahm'schen Tondichtung : Vier ernste Gesänge für eine Baßstimme (Op. 121), für die ihm das zahlreich erschienene Publikum schon wegen der Eigenart des Gebotenen in so vollendeter Ausführung sich dankbar erwies. — In Kremen ließ sich kürzlich ein erst 8 jähriger Pianist Felix Hirsch aus Köln unter ungewöhnlichen Beifall hören. Die Bremer Presse stellt dem jungen Wunderknaben einstimmig ein günstiges Prognosticum aus. — Man berichtet: Am 5. Januar fand am Berliner Friedrich Wilhelm-Theater die erste Aufführung des fünfaktigen Dramas „Manfred" von Morizv. Gutmann statt. — Herr Cantor Ziwi aus Düsseldorf hielt anläßlich der Bezirkskonferenz