Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1897)
- Date
- 1897-04-01
- Page
- Seite 96 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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96 der rheinischen Lehrer in Siegburg einen Vortrag über die Musik im jüdischen Altertum. Zu besonders eingehender Behandlung gelangten die Signale des jüdischen Volkslagers und die Musik der Tempelchöre und Orchester. — Im Archive der israelitischen Cultusgemeinde in Wien befand sich noch im Jahre 1874 ein Autograph Schuberts, welches die Komposition zum 92. Psalm in hebräischer Sprache für den Synagogen-Gottesdienst enthielt. Schubert hat diesen Psalm für den berühmten Wiener Cantor Sulzer auf dessen Bitte komponirt, nachdem er diesen als beliebten Concertsänger kennen gelernt hatte. Die Schubert'sche Komposition hat sich jedoch nicht in die Synagogenmelodien eingebürgert, weil sie zu wenig liturgisch war. Jedenfalls zeigt die Thatsache, wie recht Schuberts Lehrer, der alte Salieri, hatte, als es sagte: „Der kann Alles, der componirt Opern, Lieder, Quartette, Symphonien und was man nur will". Auch von Konradin Kreutzer rührt die Komposition eines Synagogentextes her. - Im oberen Stock des Leinwundhauses zu Frankfurt a. M. hat die Verwaltung des städtischen Museums eine neue Ausstellung arrangirt, die in Abbildungen von Frankfurter Ereignissen des 17. und 18. Jahunderts besteht. Es sind sowohl Holzschnitte wie Kupferstiche, die unter Andereni uns — zum Teil in Farben — folgende Szenen int Bilde vorführen: Die Plünderung der Judengasse und den Fettmilch-Aufstand in den- Jahren 1614—1617, die Hinrichtung Fettmilchs und seiner Genossen, sowie die Schandsäule, die an Stelle des geschleiften Hauses errichtet wurde.; die Hinrichtung des Samuel von Prag, der einem Meßfremden seine Juwelen und Edelsteine gestohlen hatte, 1715. — Dem Museum der „Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunstuub historischen Denkmälern des Judentums". in Wien sind zahlreiche Geschenke von Freunden und Gönnern zugekommen. So hat Herr Universitätsprofessor Politzer in Wien abermals eine große Anzahl von Kupferstichen und Radierungen, Darstellungen aus der heiligen Schrift, Herr Max Liebes in Berlin und Herr Robert Kolisch in Wien haben eilte Anzahl Porträts hervorragender Juden sowie Darstellungen des religiösen Lebens gespendet. — Inhalt: Kaiser Wilhelm der Große. — Was haben Christen »nd Israeliten mit einander gemein? — Auch eine Stimme aus dem Leserkreise. — Heinrich Heine. — Vor länger als einein halben Jahrhundert. — Hantan. Nach dem Midrasch von Joseph E. Schmidt. — Monatsschan. — Referate und Mitteilungen. — Theater, Musik und bildende Knust. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.